Politik

Protest gegen Demo von "Grauen Wölfen" in Essen

Essen (Korrespondenz), 14.10.11: Bereits am 25. September organisierten die "Grauen Wölfe", eine faschistische türkische Organisation, eine überregionale Demonstration in Essen, die sich gegen den Freiheitskampf der Kurden richtete. Versammelten sich anfangs nur ca. 150 Personen zu einer Kundgebung gegen den angeblichen "kurdischen Terror in der Türkei", so kamen zur Demonstration schließlich ca. 500 Leute zusammen.

Die Sache war nur kurzfristig bekannt geworden; dennoch hatte sich wenige Tage vorher noch ein "Bündnis gegen die antikurdische Hetze" gebildet, das mit ca. 50 Gegendemonstranten auf dem Burgplatz eine lautstarke Protestkundgebung organisierte und den tatsächlichen Terror des türkischen Staats gegen die Kurden und ihren berechtigten Kampf um Befreiung anprangerte. Es beteiligte sich auch eine syrische kurdische Frauenorganisation aktiv daran, viele kurdische und deutsche Jugendliche nahmen teil. Die MLPD organisierte ein offenes Mikrofon, es wurden deutsche und kurdische Parolen gerufen und Lieder gesungen.

Die antifaschistischen Gegendemonstranten waren auf dem Burgplatz faktisch abgeriegelt, die Polizei hatte strenge Order, "Türken und Kurden zu trennen". Es gab mitten am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein in der Essener Innenstadt zur Befremdung der vielen Besucher ein riesiges Polizeiaufgebot mit Pferden, Hunden und ständig über der Innenstadt kreisendem Hubschrauber!

Die "Grauen Wölfe" durften ihre Demonstration mitten durch die Stadt abhalten – ein Skandal! Nach deren Ende ließ die Polizei bewusst zu, dass Türken und Kurden am Hauptbahnhof aufeinander trafen und es doch noch zu "Krawallen", Festnahmen und einer entsprechend negativen Berichterstattung in den Medien kam. Faschistische Organisationen gehören verboten – egal, ob die deutsche NPD oder die türkischen "Grauen Wölfe"!