Betrieb und Gewerkschaft

Protestaktionen im Kölner Fordwerk reißen nicht ab

11.10.11 - Fast täglich gibt es Proteste und Kampfmaßnahmen bis hin zu Streiks im Kölner Ford-Werk. Dort gingen die Tassen hoch, als die Geschäftsleitung die Einführung des Entgeltrahmen-Abkommens (ERA) bis zum 1. November bekanntgab. Viele Kollegen haben inzwischen ihre persönliche Eingruppierung nach ERA erhalten. Die Mehrheit der Kollegen mussten feststellen, dass sie abgestuft und betrogen wurden. Die Geschäftsleitung hatte versprochen: "Keiner verliert Geld."

Um Kämpfe zu vermeiden, hatte sie mit Zulagen eine Beruhigungspille verabreichen wollen. Am Dienstag letzte Woche hat die Frühschicht in der FK-Halle/Rohbau mit der Arbeit erst mal gar nicht begonnen. Rund 60 Kollegen gingen zum Betriebsrat. Seitdem gibt es laufend kollektive Beschwerdeaktionen verbunden mit Bandstillstand. Aus der G-Halle wurde berichtet, dass dort sogar die Polizei gerufen wurde, weil wütende Kollegen einen Meister bzw. einen Betriebsrat attackiert hätten. In der Fertigung wurden Schilder gemalt "Weg mit ERA!"

Heute morgen ging die Kollegenzeitung "Der Scheinwerfer" von Hand zu Hand. Dort heißt es:

"Wir können stolz sein auf unsere Kampfaktionen, weil sie gezeigt haben, mit uns kann man nicht alles machen, und weil wir es geschafft haben, so viele unter einen Hut zu bekommen ...  Fünf Jahre lang hat Ford sich nicht getraut, ERA einzuführen - aus Angst davor, unsere Kampfbereitschaft herauszufordern... Intensiv wird diskutiert, wie aus noch vereinzelten Aktionen ein gemeinsamer Streik wird, mit dem wir uns tatsächlich durchsetzen können. (...) Die wichtigsten Forderungen aus den Diskussionen:

Keine Lohnsenkung für die Jugend! Keine Spaltung der Belegschaft durch Leistungszulagen! Keine kampflose Aufgabe des jahrzehntelang erkämpften Lohnniveaus! Wir fordern das 100%ige Weihnachtsgeld zurück! Wir brauchen höheren Lohn jetzt  nicht erst zur nächsten Tarifrunde! ERA muss vom Tisch!"