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Sicherheitskräfte erschießen streikenden Kumpel auf indonesisch besetztem Teil Neuguineas

Marl (Korrespondenz), 14.10.11: Seit dem 15. September dauert der Streik in der Grasberg-Mine in dem von Indonesien okkupierten westlichen Teil Neuguineas, der Provinz Papua. Mehr als 10.000 Kumpel streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Seit Wochen versucht der US-amerikanische Bergbau-Konzern Freeport-McMoRan, den Streik zu brechen. Manager des Betreibers enthoben 138 Gewerkschaftsfunktionäre ihrer Ämter und wollten die Bergleute durch Lohnstreichungen zur Arbeit zwingen. Für Freeport-McMoRan ist die Mine sehr profitabel. Sie fördert die größten Gold- und Kupfervorkommen der Welt äußerst billig.  

Als Bergarbeiter am Montag Streikbrecher davon abhalten wollten, die Arbeit fortzusetzen, griffen Sicherheitskräfte ein und feuerten in die Menge. Ein Bergarbeiter wurde getötet und mehrere verletzt. Welch Hohn, dass nun der amerikanische Minenbetreiber Freeport den streikenden Kumpel die Schuld am Tod des Kumpels und den Verletzten gibt. Wer beutet denn die Arbeiter bis aufs Blut aus und betreibt Raubbau an der Natur? Weltweit sind Bergleute nicht nur gezwungen, unter primitivsten und lebensgefährlichen Bedingungen zu arbeiten, sondern werden, wenn sie um ihre Rechte kämpfen, politisch verfolgt, entlassen oder wie in Indonesien erschossen.

Das zeigt, dass die Bergleute weltweit herausgefordert sind, zu kämpfen und sich nicht spalten zu lassen, aber auch gegenseitig ihre Kämpfe zu unterstützen. Denn wenn sich die Bergleute weltweit organisieren und zusammenschließen, sind sie eine unüberwindliche Macht gegen die Handvoll internationaler Bergbaumonopole. Der Wunsch nach internationaler Zusammenarbeit der Bergarbeiter, der gegenseitigen Unterstützung bis zur Koordinierung gemeinsamer Kämpfe nimmt in dem Gedanken und Vorhaben einer internationalen Bergarbeiterkonferenz immer mehr Gestalt an.