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"Südafrika heute - 17 Jahre nach dem heroischen Sieg über das Apartheid-Regime"

13.10.11 - In der Reihe "Internationalismus live" der MLPD fand am 11. Oktober in Gelsenkirchen eine tief beeindruckende Veranstaltung zu Südafrika statt. In seinen einleitenden Worten würdigte Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD, ausführlich den Genossen Shobane, der im Mai 2011 verstarb. Shobane war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der CPSA (ML) - Kommunistische Partei Südafrikas (Marxisten-Leninisten). Er war ein international anerkannter Marxist-Leninist und enger Freund der MLPD. Die mehr als 15-jährige Zusammenarbeit mit der MLPD hatte unmittelbar Bedeutung für den Klassenkampf und die Organisierung der internationalen Arbeitereinheit. Er hatte großen Anteil am Aufbau der ICOR ("Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen").

Aus erster Hand berichtete dann ein Vertreter der CPSA (ML) sehr lebendig über Südafrika. Das Apartheid-Regime, war ein neokolonialistisches rassistisches Regime, das auf einer brutalen, gewaltsamen Unterdrückung und Ausbeutung der schwarzen Bevölkerung beruhte. In einem jahrelangen heroischen Kampf, zum Teil bewaffnet, konnten die Völker Südafrikas mit internationaler Solidarität einen Sieg über das Apartheid-Regime erringen. Vor 17 Jahren fanden in Südafrika Wahlen statt, an denen zum ersten Mal die schwarze Bevölkerung teilnehmen konnte. Mit großer Mehrheit siegte der ANC (African National Congress) und Nelson Mandela wurde erster schwarzer Präsident.

Wie ist heute die Lage in Südafrika? Die bürgerlichen Medien verbreiten bei uns ein Bild des wirtschaftlichen Aufschwungs, der Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen, auch wenn Armut noch verbreitet wäre. Die Hoffnungen auf grundlegende Veränderungen wurden jedoch enttäuscht. Südafrika wurde rasch vollständig in die Produktionsverbünde der internationalen Monopole integriert, bekannt aus Deutschland sind z.B. Daimler und VW.

Auch wenn Südafrika inzwischen selbst imperialistische Tendenzen entwickelt, ist der neokoloniale Charakter noch bestimmend. Eine kleine Minderheit der schwarzen Bevölkerung ist in die Bourgeoisie aufgestiegen und ein wachsendes schwarzes Kleinbürgertum ist entstanden. Der Genosse aus Südafrika berichtete, dass im Militär und Staatsapparat weiterhin die "Weißen" die wichtigsten Posten haben. An den Lebensverhältnissen der Massen hat sich nichts nachhaltig verändert.

Seit Mai 2011 ist eine Zunahme von Arbeiterkämpfen festzustellen. Im Juli standen allein 400 000 Bergleute im Streik für Lohnerhöhungen und Arbeitssicherheit. Bei der Trauerfeier für Shobane in Südafrika, zogen Teilnehmer den Schluss: "Wir haben gekämpft und unser Leben gegeben und jetzt: Armut, Armut, Armut. Die Führer des ANC haben uns verraten. Wir brauchen eine neue Revolution, eine wirkliche Veränderung. Wenn uns die Partei braucht, sind wir dabei." Anschließend gab es eine lebhafte Diskussion zu vielen interessanten Fragen.

Weitere Veranstaltungen mit dem Vertreter der CPSA (ML) finden am 15. Oktober in Stuttgart und am 16. Oktober in Hannover statt.