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Südafrika heute - 17 Jahre nach dem heroischen Sieg über das Apartheid-Regime

Südafrika heute - 17 Jahre nach dem heroischen Sieg über das Apartheid-Regime

Stuttgart (Korrespondenz), 17.10.11: Etwa 100 Gäste waren am Samstagabend ins ABZ-Süd gekommen zur Veranstaltung "Internationalismus live – Südafrika, 17 Jahre nach dem heroischen Sieg über das Apartheid-Regime". Ein Vertreter der Kommunistischen Partei Südafrikas/Marxisten-Leninisten (CPSA/ML) berichtete aus erster Hand über den Kampf gegen das Apartheid-Regime, den Parteiaufbau, der meist unter illegalen Verhältnissen stattfand und den Kampf der Massen und der Arbeiterklasse heute.

Zunächst begrüßte Peter Borwardt, Landesvorsitzender der MLPD Baden-Württemberg, die Gäste und bat sie, sich im Gedenken an Shobane Frank Mkaene, den im Mai verstorbenen Parteivorsitzenden der CPSA/ML, zu erheben. Mit Shobane hat die CPSA/ML einen bedeutenden Wegbereiter und die MLPD einen standhaften Freund verloren.

Der Vertreter der CPSA/ML berichtete anschaulich vom Übergang des faschistischen Apartheid-Regimes zur bürgerlichen Demokratie heute. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Produktion und von "lean production", einem Programm der internationalen Monopole zur Steigerung der Ausbeutung in den Betrieben in den 1990er Jahren, und aufflammender Massenproteste mit zum Teil revolutionärer Zielrichtung, war das alte Apartheid-Regime nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Ministerpräsident DeKlerk und Nelson Mandela, der damals noch im Gefängnis auf Robben Island einsaß, handelten den Übergang aus, um einen revolutionären Aufschwung zu verhindern. Bischof Desmond Tutu flankierte diesen Übergang mit einer so genannten "Wahrheits-Versöhnungs-Kommission", deren Ziel es war, den rassistischen Mördern zu "vergeben", was nichts anderes bedeutete, als sie straffrei davon kommen zu lassen. 

Mit dem Übergang zur bürgerlichen Demokratie wurde das System der kleinbürgerlichen Denkweise in Südafrika ausgebaut. Der Vertreter der CPSA/ML berichtete als ein Indiz, dass vor dem Übergang kaum eine schwarze Familie ein Fernsehgerät besessen habe, während heute in der bescheidensten Hütte ein solcher Kasten steht.

In der anschließenden Diskussion standen Themen der internationalen Zusammenarbeit im Fokus. Peter Borgwardt stellte heraus, dass es heute nicht nur auf die Solidarität, sondern auf die Koordinierung der Kämpfe ankommt. So hat es in Südafrika einen Kampf gegen das System der Leiharbeit gegeben, ein System, das auch in Europa einen Angriff auf die Arbeiterklasse darstellt.

Da sich die CPSA/ML an der einjährigen Kampagne der ICOR zur sofortigen Abschaltung aller Atomkraftwerke weltweit beteiligt, war eine Frage, ob es denn in Südafrika überhaupt Atomkraftwerke gebe und ob die Menschen nicht andere Sorgen des Alltagslebens hätten. Der Vertreter der CPSA/ML berichtete, dass es ein Atomkraftwerk in Kapstadt gibt. Als es gebaut werden sollte und der Standort bekannt wurde, hat es breiten Protest aus der Bevölkerung gegeben.

Mit einer Spendensammlung wurde auch ein finanzieller Beitrag für die internationale Zusammenarbeit geleistet. Sie erbrachte 397,75 Euro.