Politik

US-Geschäftsbanken halten "Wettscheine" (Derivate) im Wert der vierfachen Weltwirtschaftsleistung

Oberhausen (Korrespondenz), 25.10.11: Drei Jahre nach Ausbruch der tiefsten Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich durch die Börsengeschäfte der internationalen Bankmonopole erneut eine gigantische Spekulationsblase gebildet. US-Geschäftsbanken hielten im zweiten Vierteljahr 2011 "Wettscheine", so genannte "Finanz-Derivate" im Umfang von 249,3 Billionen US-Dollar. Gegenüber dem ersten Vierteljahr 2011 stieg dieser Wert noch einmal um 5,3 Billionen Dollar auf ein neues Rekordhoch.

Das entspricht dem vierfachen Wert der gesamten weltweiten Wirtschaftsleistung. Derivate sind Finanzpapiere, die den Instituten als Absicherungsgeschäfte dienen oder es sind reine Wetten zur Profiterzielung. Die Vereinbarungen werden direkt zwischen den Finanzinstituten abgeschlossen und entziehen sich der unmittelbaren Kontrolle der Börsenaufsicht.

Die Geschäfte konzentrieren sich auf vier der größten Banken in den USA: JP Morgan Chase (78,11 Billionen US-Dollar), die Citibank (56,09 Billionen), Bank of America (53,15 Billionen) und Goldman Sachs (47,74 Billionen). Die am häufigsten gehandelten Derivate sind mit 82 Prozent Zinsspekulationsgeschäfte. Dabei leihen die an den Börsen spekulierenden Banken in Ländern mit niedrigen Zinsen und schwächelnder Währung Geld und legen dies in höher verzinslichen Ländern an. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der Bankenaufsicht "Office of the Comptroller of the Currency" (OCC) hervor. Das erneute Platzen dieser gigantischen Spekulationsblase ist vorprogrammiert.

"Die Finanzspekulation ist Ausdruck der Fäulnis und Zersetzung des Imperialismus, die sich regelmäßig in immer umfassenderen Finanzkrisen Luft macht und auf der Stufe der Neuorganisation der internationalen Produktion neue Dimensionen annimmt. Sie hat inzwischen nicht nur die Monopole selbst erfasst, sondern stürzt bereits ganze Länder in den Ruin und treibt Millionen Menschen ins Elend.

Mit der Herausbildung internationaler Börsen, die mehr oder weniger das gesamte gesellschaftliche Vermögen der Welt verwalten und den internationalen Reproduktionsprozess regulieren, haben sich auch die materiellen Vorbereitungen für den Übergang zu den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt erweitert.

Die Konzentration und Zentralisation des übergroßen Teils des weltweiten Reichtums in den Händen einer kleinen Schicht des internationalen Finanzkapitals ist eine wichtige Vorbedingung für den Übergang zur Vergesellschaftung dieses Kapitals durch die assoziierten unmittelbaren Produzenten." ("Götterdämmerung über der 'neuen Weltordnung'", Seite 153/154)