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Russischer Automobil-Gewerkschafter Aleksej Etmanov verhaftet

28.10.11 - Der Vorsitzende der Ford-Gewerkschaft und zweite Vorsitzende der überregionalen unabhängigen Automobilarbeitergewerkschaft Russlands, Aleksej Etmanov, wurde bereits am 21. Oktober bei einer Protestaktion vor dem Gebäude des Aluminium-Konzers Alros in Sankt Petersburg verhaftet. Er hatte dort zusammen mit drei weiteren Teilnehmern für die Forderung nach Freiheit für Valentin Urusov demonstriert.

Valentin Urusov ist Bergarbeiter in einer Diamantenmine, die zum Alros-Konzern gehört und wurde wegen Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft und Streik zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, unter dem offiziellen Vorwand des "Drogenbesitzes" (siehe "rf-news"-Meldung dazu).

Aus heiterem Himmel kamen bei der Solidaritätsaktion am 21. Oktober plötzlich Polizei- bzw. Milizbeamte und verhafteten Aleksej Etmanov. Bei seiner Festnahme erklärte er noch unter Protest: "Meine Verhaftung zeigt ein weiteres Mal, dass die Devise 'Festhalten und nicht wieder loslassen" immer noch aktuell ist. Die Herrschenden fürchten jede Aktion, ... bei der Menschen ihre Meinung offen und ehrlich sagen."

Bereits vor zwei Jahren wurden auf Etmanov und seinen Stellvertreter mehrmals Anschläge unter anderem von beauftragten Schlägern verübt (siehe "rf-news"-Bericht).

Weder aus der Presse noch über Kontakte von "rf-news" in Russland war bisher zu erfahren, ob Aleksej Etmanov nach wie vor verhaftet oder schon wieder freigelassen ist. Ungeachtet dessen ist der Protest und die Solidarität gegen diese staatliche Unterdrückungsmaßnahme der Arbeitersolidarität in Russland notwendig. Solidaritätsschreiben können an die überregionale Gewerkschaft der Automobilarbeiter gerichtet werden (Email: etman@yandex.ru)!