Politik

1.200 Menschen demonstrierten in Bochum-Langendreer gegen Faschisten

Bochum (Korrespondenz), 01.11.11: Nachdem die Faschisten bereits Dortmund zu einem ihrer bundesweiten Schwerpunkte erklärt haben, konzentrieren sie ihr Auftreten seit mehreren Monaten auch im benachbarten Bochum-Langendreer. Übrigens genau in dem Stadtteil, in dem die Bochumer MLPD besonders verankert ist. Die Methoden der Faschisten: Aufkleber verbreiten, Parolen sprühen, nächtliche Fackelmärsche mit lautem Brüllen von Hetzparolen gegen Ausländer, Verprügeln von Leuten, die sie für Antifaschisten halten ...

Dagegen bildete sich ein antifaschistisches Bündnis, in dem zeitweilig über 30 Leute aus dem Stadtteil mitarbeiteten, darunter auch die MLPD-Wohngebietsgruppe. Eine breite Flugblatt- und Aufkleberaktion wurden durchgeführt. Als jetzt 10 bis 15 Faschisten drei Männer, die sie als Antifaschisten einschätzten, nachts auf dem S-Bahnhof Langendreer verprügelten, wurde der Beschluss gefasst, eine Demonstration zu organisieren.

Das führte nun auch zu verstärkten Aktivitäten der SPD. Der Stadtteilbürgermeister erklärte in der Presse, man müsse gegen "Rechts- und Linksextremisten" vorgehen. Obendrein tat er so, als gehe es um Prügeleien unreifer Jugendlicher. Das kritisierte das Bündnis "Langendreer gegen Nazis" völlig zu recht. Er und die SPD riefen schließlich auch zu der Demonstration auf.

Die Lokalpresse machte die Demonstration mehrere Tage zum Aufmacher auf der Lokalseite, was dazu beitrug, dass es am 29. Oktober zu einer der größten Demonstrationen im Stadtteil seit dem II. Weltkrieg kam. Die MLPD trat mit Transparent, Parteifahne, Verkäufern der Zeitung "Rote Fahne", des Buchs "Morgenröte..." sowie der Broschüre zum Verbot aller faschistischen Organisationen auf, der REBELL mit einer Rebell-Fahne.

Im Bündnis wird sich die Auswertung insbesondere um die Haltung zu Parteien drehen. So hatte das Bündnis im Vorfeld mit Zweidrittel-Mehrheit entschieden, keine Grußworte von Parteien zuzulassen. Das richtete sich faktisch gegen die MLPD und die Linkspartei, die beide in dem Bündnis von Anfang an aktiv mitarbeiteten.