Betrieb und Gewerkschaft

Ford: Protest gegen ERA zeigt erste Wirkung

02.11.11 - In einer neuen Ausgabe der von Kollegen für Kollegen erstellten Konzernzeitung in den deutschen Werken des Ford-Konzerns, "Scheinwerfer", heißt es dazu unter anderem:

Seit fünf Wochen gibt es immer wieder Protestaktionen von insgesamt hunderten Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Kölner Werksbereichen und in Saarlouis. Weit über 1.000 haben in Köln schon für die Forderungen auf der Unterschriftenliste unterschrieben. ... In der Z-Halle sind letzte Woche über 100 Kollegen zur Personalabteilung gezogen und haben dort gemeinsam ihr "Beschwerderecht" wahrgenommen. Im Getriebewerk finden immer wieder selbständig organisierte Pausenversammlungen statt. Und nach wie vor ist die große Mehrheit der Belegschaften in Köln und Saarlouis "stinksauer über die ERA-Zuordnung", wie es treffend im letzten BR-Info heißt.

Ganz offensichtlich rauchen in den Chefetagen die Köpfe, wie wieder Ruhe in den Betrieb in Köln zu bekommen ist. Die ERA-Einführung ist noch lange nicht "gelaufen"! In Köln gibt es Hinweise darauf, dass die Geschäftsleitung Zugeständnisse machen will. Angeblich soll es doch keine Einstufung von Jungfacharbeitern nach der Ausbildung unter Entgeltgruppe 7 geben. Es gibt Gerüchte, dass für Facharbeiter extra ein "Operator 5" eingefügt werden soll und dass die seit 2006 eingestellten Kollegen einen Teil der übertariflichen Ford-Zulagen erhalten sollen, die ihnen bisher vorenthalten wurden.

Die Berliner Daimler-Kollegen schreiben in ihrer Solidaritätserklärung, dass die Vereinbarung von ERA aus gewerkschaftlicher Sicht ein Fehler war. Warum soll es nicht möglich sein, einen solchen Fehler zu korrigieren? Es wurden öfter in den letzten Jahren durch Arbeiterkämpfe und Massenprotest schon beschlossene Gesetze gekippt: am erfolgreichen Kampf gegen die Kürzung der Lohnfortzahlung war auch die Ford-Belegschaft beteiligt. ...

Wenn die Geschäftsleitung schon auf Grund von 1.000 Unterschriften und Pausenversammlungen so herumeiert, dann ist es Zeit, dass wir weitergehen: Setzen wir die Auszahlung von 100 Prozent Weihnachtsgeld für alle Kollegen durch! Entwickeln wir einen breiten Protest in Köln und Saarlouis, um das Lohnsenkungsprogramm ERA wegzukriegen!