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"Freiheit für Mete Tuncer!"

Bochum (Korrespondenz), 02.11.11: Für diese Forderung demonstrierten am 1. November 64 Menschen vor dem Bochumer Gefängnis. Mete Tuncer war in der Türkei elf Jahre in Haft, obwohl er selbst dort nie von einem Gericht verurteilt wurde (siehe "rf-news"-Bericht). Er wurde in den Gefängnissen gefoltert. Die Türkei musste ihn frei lassen. Mete Tuncer floh nach Deutschland und stellte dort einen Antrag auf politisches Asyl. Die türkische Regierung stellte einen Interpol-Suchbefehl aus.

Darauf wurde er am 25. Oktober in Recklinghausen verhaftet und in Bochum in Isolationshaft gesteckt (keine Zeitungen, Bücher, Radio, nur ein Betonbett und Regal). Elf Organisationen, Vereine, Parteien aus der Türkei/Kurdistan und Deutschland unterstützen eine Protesterklärung dagegen, darunter auch die MLPD. Seit seiner Verhaftung ist Mete Tuncer in einen Hungerstreik getreten.

Bei der Protestaktion sprachen verschiedene Freunde und Organisationen. Begrüßt wurde auch, dass der MLPD-Kreis Bochum ein Grußwort hielt. Leider waren nur drei der Demonstrationsteilnehmer ohne "Migrationshintergrund", was allerdings auch an der kurzfristigen Information über diese Aktion gelegen haben kann.

Eine ganze Reihe Teilnehmer nahmen die "Rote Fahne"-Sondernummer zur ICOR und spendeten dafür über 14 Euro. Nach der Protestaktion wurde gemeinsam beraten, wie der Protest weiter verbreitet werden kann. Bei Sonnenschein in der Bochumer Innenstadt Anfang November im Cafe sitzen – da mussten selbst die jungen Türken aus Dortmund zugeben, dass man eine Stadt nicht nur nach dem Fussball beurteilen kann ...