Umwelt

Größter je gemessener CO2-Ausstoß

06.11.11 - Laut einer vorgestern veröffentlichten Studie des US-Energieministeriums wurde 2010 der höchste jemals gemessene Anstieg des Klimakiller-Treibhausgases CO2 verzeichnet, nämlich um 512 Millionen Tonnen oder 6 Prozent gegenüber dem bisherigen Ausstoß. Damit wurden selbst die pessimistischsten Erwartungen der Klimaforscher drastisch übertroffen. Die Studie des US-Ministeriums schiebt die Verantwortung einseitig vor allem auf Länder wie Indien und China.

Auch in den USA steigt aber die fossile Verbrennung ungebremst. Dort kassiert die Obama-Regierung Verbesserungen beim Umweltschutz wieder ein wie vor einigen Wochen das Luftreinhalte-Gesetz. Und die EU-Regierungen forcieren wieder den Neubau von Kohlekraftwerken und planen den Betrieb von Gaskraftwerken auf lange Sicht. Warum sonst wird fieberhaft der Einsatz des Fracking-Verfahren vorbereitet? Damit werden Gasvorkommen aus tieferen Erdschichten ausgeraubt und die Grundwasser- und Trinkwasservorräte für Millionen Menschen auf Generationen vergiftet. Zurecht bilden sich zahlreiche Initiativen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dagegen.

Die Zahlen des US-Ministeriums beweisen erneut: das allein herrschende internationale Finanzkapitals und seine Regierungen sind im Interesse der weltweit größten Energie- und Ölkonzerne weder willens noch fähig, die Menschheit vor der Klimakatastophe zu bewahren.

"Der Kampf gegen den Klimawandel droht verloren zu gehen", schlussfolgert die Nachrichtenagentur "dpa" in ihrer Meldung. "Klimawandel" ist ein völlig verharmlosender Begriff für den Übergang in die globale Klimakatastophe. Diese droht die Existenzgrundlage für jegliches menschliche Leben auf der Erde zu zerstören. Ob dieser Kampf verloren geht oder nicht, hängt allerdings nicht von einer Jahresstatistik ab. Entscheidend ist Entwicklung des weltweiten Umweltkampfs der Massen und die dafür geeigneten Organisationsformen und Zusammenschlüsse auf der Grundlage des Kampfes.

Die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für einen raschen Übergang zu einer weltweiten Energiewirtschaft und einem Verkehrssystem ohne fossile Verbrennung sind durchaus gegeben. Die Forderung der MLPD nach einem Sofortprogramm mit drastischer Reduktion der Treibhausgase um 70 bis 90 Prozent bis 2030 ist durchführbar - allerdings nur auf Kosten der Maximalprofite der internationalen Übermonopole. Sie würde keineswegs massenhaft Arbeitsplätze vernichten, sondern sogar Millionen neue schaffen.

Das sind alles Gründe, zum ICOR-Umweltkampftag und Weltklimatag am Samstag, 3. Dezember, breite Aktionseinheiten in den Städten und Regionen zu organisieren. Nicht nur in Stadtteilen, Schulen, Vereinen, Hochschulen usw. gehört diese verbrecherische Politik angeprangert und diskutiert. Gerade auch in den Betrieben und auf Gewerkschaftsversammlungen muss dieser internationale Aktions- und Kampftag auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die MLPD wird dabei insbesondere die "Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen" (ICOR) sowie ihre einjährige Kampagne zur weltweiten Stilllegung aller Atomanlagen bekannt zu machen und für die Alternative des echten Sozialismus werben.