Frauen

Zunahme psychischer Erkrankungen - Frauen sind besonders betroffen

Marl (Korrespondenz), 01.11.11: Seit 2007 ist die Zahl der Menschen, die wegen psychischer Erkrankungen Erwerbsminderungsrente erhalten, um ein Drittel gestiegen. 2010 waren es 71.000 Männer und Frauen, die z.B. unter Depressionen oder Angststörungen litten. Nach einer neuen Analyse der Deutschen Rentenversicherung sind seelische Leiden inzwischen der Hauptgrund für die Frühverrentung. Waren es vor zehn Jahren noch 24 Prozent, so sind es heute bereits 40 Prozent.

Stärker betroffen von psychischen Erkrankungen sind Frauen, der durchschnittliche Rentenbeginn liegt hier bei etwa 48 Jahren. Sicherlich ist es auch Ausdruck der Zunahme der Stressbelastung am Arbeitsplatz bzw. davon, dass sie zusätzlich oft die Hauptlast der Hausarbeit und Sorge für die Familie tragen müssen. Die Abwälzung der Krisenlasten trifft insbesondere die Familien der Arbeiter und kleinen Angestellten und gleichzeitig verschlechtern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen. 

Und das, obwohl die Möglichkeiten heran gereift sind, eine gesellschaftliche Ordnung zu schaffen, in der nicht der Profit, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Auch dafür, dass Erziehung und Versorgung der Familien nicht nur Privatangelegenheit jeder einzelnen kleinen Familie sind, sondern Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Keine Frau und kein Mann müsste sich dann mehr aufreiben, weil die Kinder krank sind und die Eltern alt.

Gemeinschaftlich können wir diese Aufgaben in einer lebenswerten Zukunft lösen. Allein ist das nicht möglich, deshalb müssen wir uns organisieren. Ich kann nur aus eigener Erfahrung jeder Frau empfehlen, einen Schritt dahin zu machen und sich an den überparteilichen Frauenverband Courage zu wenden, den es bundesweit an vielen Orten gibt.