Betrieb und Gewerkschaft

Warnstreiks in der Stahlindustrie: ein guter Anfang

Duisburg (Korrespondenz), 11.11.11: Über 10.000 Stahlarbeiter haben am Mittwoch und Donnerstag ihre ersten Warnstreiks durchgeführt. Überall waren die Azubis vorne dran! Bei ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg-Hamborn nahmen gestern ca. 3.000 Stahlarbeiter teil. Die Flüssigphase stand still und alle weiterführenden Anlagen bis zu den Kaltwalzwerken. Nur zwei Hochöfen waren im Betrieb zur Aufrechterhaltung des Gasnetzes.

Dies war ein voller Erfolg, der gegen jeden Versuch der Betriebsleitungen, weiter produzieren zu lassen, durchgesetzt wurde! Es waren deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen an Tor 1 als bei der letzten Tarifrunde. Das zeigt die Entschlossenheit der Stahlarbeiter, ihre Forderungen durchzusetzen. 7 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung, die unbefristete Übernahme der Azubis und eine verbesserte Altersteilzeit fordern die Stahlarbeiter. Die Stimmung war sehr gut, das hat die Kollegen mobilisiert. Am meisten Applaus bekamen die Redner, wenn die Provokation der Stahlmonopole angegriffen und bekräftigt wurde, dass man bereit ist, die Forderungen im Kampf durchzusetzen.

Zur nächsten Verhandlungsrunde am 21. November in Düsseldorf werden schon jetzt Delegationen aus allen Stahlbuden vorbereitet. Der Gedanke eines 24-stündigen Warnstreiks an allen Stahlbetrieben gleichzeitig wurde in Gesprächen sehr begrüßt! Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, gehört die Urabstimmung eingeleitet und ein Flächenstreik muss vorbereitet werden. Dieser Auftakt war ein guter Anfang!