Betrieb und Gewerkschaft

DGB-Chef Sommer lehnt angebotenen Sitz im SPD-Vorstand ab

Duisburg (Korrespondenz), 10.11.11: SPD-Vorsitzender Gabriel wollte den Vorsitzenden des DGB, Michael Sommer, in den SPD-Vorstand kooptieren, um "die Bindung zu den Gewerkschaften zu verbessern". Obwohl SPD-Mitglied Sommer bereits seine Zustimmung signalisiert haben soll, lehnte er das Angebot nun ab und erklärte: "Um den Deutschen Gewerkschaftsbund und die Einheitsgewerkschaft nicht zu beschädigen, erkläre ich hiermit, dass ich für kein Amt in der SPD zur Verfügung stehe."

Bereits die Ankündigung, dass Michael Sommer in den SPD-Vorstand soll, löste offensichtlich unter Gewerkschaftern Ablehnung bis große Empörung aus. Auf Internetportalen, wie einem Blog bei "web.de", häuften sich wütende Zuschriften. Ein Kollege meinte dort: "Die Zeiten, wo man SPD und Gewerkschaften gleichsetzen konnte, sind längst beendet. Kein Zeitarbeiter wählt mehr die SPD, die ihm sein Elend eingebrockt hat, und der Zeitarbeiter sind es nun ja mal ziemlich viele."

Auch der Sprecher der IGBCE, Christian Hülsmeier, erklärte: "Die parteipolitische Unabhängigkeit der Gewerkschaften muss gewahrt bleiben", mit Sommer im SPD-Vorstand sei dies fraglich ("Handelsblatt").