Betrieb und Gewerkschaft

Erfolg vor dem LAG: Mehmet Sahin bleibt Behr-Beschäftigter und Betriebsrat!

Stuttgart (Korrespondenz), 11.11.11: Über 50 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Betrieben und Gewerkschaften versammelten sich gestern vor dem Landesarbeitsgericht, um Mehmet Sahin den Rücken zu stärken in seinem Prozess gegen die Firma Behr ("rf-news" berichtete mehrfach).

In den Kurzreden wurde deutlich, dass Mehmet und seine Kollegen im Kampf um ihre Arbeitsplätze und (Betriebsrats-) Rechte "ein Zeichen für viele andere Belegschaften gesetzt" haben, wie es in einer Solidaritätserklärung der MLPD hieß. Im vollbesetzten Gerichtssaal ließ der Richter nicht durchgehen, dass sich der Personalleiter von Behr als bloßen Dienstleister und Berater des Leiters vom geschlossenen Werk 8 ausgab.

Die Absicht war zu durchsichtig: Behr will an seiner Linie festhalten, wonach das Werk 8 selbständig gewesen sei und deshalb den Kollegen keine Arbeitsplätze am Standort angeboten werden mussten. Gleichzeitig wurde aber auch die Rolle der Gerichte deutlich: so sei es nicht ihre Aufgabe, die Stillegungsmaßnahme zu beurteilen. Auch hätte sich das LAG-Urteil von September bzgl. der fehlenden "Sozialauswahl" nur auf die Handwerker bezogen und deshalb keine Bedeutung für diesen Prozess.

Es wurde aber deutlich, dass Mehmet weder ein Arbeitsplatz in Feuerbach (1.700 Beschäftigte) noch in Mühlacker angeboten wird, weil ihn die Geschäftsleitung los haben will. Mehmet betonte, dass er seit 20 Jahren Betriebsrat ist und einen Auftrag seiner Kollegen hat, den er erfüllen will. Auch allein deshalb komme eine Abfindung nicht in Frage. Und seine Frau rief mutig aus den Reihen der "Zuhörer": Mehmet braucht den Arbeitslohn für die Familie. Wir werden weiter kämpfen! 

Am späten Nachmittag wurde das Urteil verkündet - die Kündigung ist unwirksam. Herzlichen Glückwunsch!