International

Kurdische Frauen verlangen Aufklärung gegen Menschenrechtsverletzungen in Kurdistan

08.11.11 - Das "Kurdische Frauenbüro für Frieden e.V." wendet sich angesichts grausamer Übergriffe der türkischen Militärs gegen die kurdische Befreiungsbewegung in dem im Grenzgebiet zum Irak gelegenen Kazan-Tal an die Öffentlichkeit. Bei Angriffen in der zweiten Oktoberhälfte wurden auch viele Frauen und Kinder getötet. Es besteht der dringende Verdacht, dass dabei durch internationale Abkommen verbotene Chemiewaffen (Stichwort Napalm) gegen die kurdische Guerilla zum Einsatz kamen.

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hat kürzlich bei einer selbst einberufenen Versammlung mit Medienvertretern eine "geschlossene nationale Linie" bei der Berichterstattung verlangt. Das bedeutet nichts anderes als eine Zensur. Um diese zu durchbrechen, bitten die Frauen um Unterstützung, dass die Verbrechen aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Sie wollen auch "in der Weltöffentlichkeit eine Abschreckung vor der Benutzung und dem Einsatz solcher Waffen erreichen". Sie bitten, dass auch Vertreter der demokratischen Öffentlichkeit sich an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW in Den Haag) wenden und versuchen die zuständigen Persönlichkeiten und Gremien zum Handeln zu bewegen:

"Wir plädieren dringend für die umgehende Bildung einer Experten-Gruppe, bestehend aus Mitgliedern internationaler Menschenrechtsorganisationen sowie aus Menschenrechtlern und Rechtsgelehrten, die sich zu objektiven Untersuchungen in die Türkei begibt. Jede ungesehene und ungeahndete Menschenrechtsverletzung ist eine Einladung zur wiederholten Menschenrechtsschuld!!! Lassen Sie uns dies gemeinsam verhindern."