International

Libyen wurde "in die Steinzeit gebombt"

Oberhausen (Korrespondenz), 09.11.11: Der Krieg in Libyen "ist der größte Erfolg in der Geschichte der NATO", sagte Nato-Generalsekretär Rasmussen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Associated Press" (AP). Auch US-Präsident Barack Obama drückte seine Freude über die erfolgreiche NATO-Operation in Libyen aus. In der bekannten Late-Night-Talkshow "The Tonight Show", sagte er, dass der Einsatz den Steuerzahler erfreulicherweise nur "eine Milliarde Dollar gekostet hat und keine US-Soldaten getötet oder verletzt worden sind". Bei den über 30.000 Bombenangriffen wurden nach Berichten freier Journalisten mindestens 60.000 Menschen getötet.

Annie Machon, Journalistin und ehemalige Agentin des britischen Geheimdienstes MI-5, sagte in einem Interview mit dem russischen Nachrichtensender RT, dass Libyen durch die NATO-Intervention zurück in die Steinzeit gebombt worden sei.

"Sie hatten freie Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung und konnten im Ausland studieren. Wenn sie heirateten, bekamen sie Geld. Libyen war daher oft dem Neid anderer afrikanischer Staaten ausgesetzt. Aber nun wurde das Land durch die 'humanitäre Intervention' der NATO zurück in die Steinzeit gebombt. Sie werden nicht die gleiche Lebensqualität genießen, wie vor dem Krieg. Frauen werden unter der Rebellen-Regierung wahrscheinlich wieder unterdrückt und das Volksvermögen durch westliche Konzerne abgeschöpft werden. Der Lebensstandard in Libyen war vielleicht sogar etwas höher als in Amerika und Großbritannien in Zeiten der aktuellen Rezession."

Zu Recht hat die  Weltorganisation internationaler revolutionärer Parteien und Organisationen ICOR am 20. März zu Beginn der Bombardierung gegen diese Stellung genommen und ihre Unterstützung des Aufstandes gegen das Gaddafi-Regime erklärt: "Eine Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung unter dem Schutzschild der Imperialisten ist unmöglich. Die imperialistischen Aggressoren haben in Libyen nichts zu suchen. Der berechtigten Rebellion der Massen gehört unsere Solidarität"