Jugend

Stahl: Wachsender Zusammenhalt von Jung und Alt

10.11.11 - Gestern und heute hatte die IG Metall zu Warnstreiks der Stahlarbeiter aufgerufen. Gestern streikten bereits 2.600 Stahlarbeiter, davon 1.400 in Nordrhein-Westfalen. Heute streikten über 12.000 Kollegen in Bremen, Bochum, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Ennepetal, Hagen, Herborn, Remscheid, Salzgitter, Peine und in Siegen. In Duisburg nahmen 3.500 Kolleginnen und Kollegen an einer Kundgebung teil. In einer Korrespondenz aus Dortmund wird vom gestrigen Streik berichtet:

"Mehr als 400 Kolleginnen und Kollegen von TKSE Dortmund und HSP waren dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik um 12 Uhr am Tor 1 bei TKSE gefolgt. In beiden Betrieben stand die Produktion. Die HSP-Kollegen ließen es sich nicht nehmen, die letzten 500 Meter vom Borsigplatz zum Tor 1 den Warnstreik gleich mit einer kämpferischen Demo zu starten. Auf selbstgemachten Schildern forderten die Kolleginnen und Kollegen '7% sind das Mindeste' oder 'Nach 10 Jahren Reallohnabbau - 7% sonst Urabstimmung-Streik'.

Aber genauso wichtig war den Kollegen die Forderung nach der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden. Auf Schildern wurde nicht nur die Altersteilzeit, sondern auch mehrmals 'Weg mit Rente 67' gefordert. Die Auszubildenden meldeten die sich während der gesamten Kundgebung immer wieder lautstark zu Wort! Höhepunkt des Warnstreiks war der gemeinsame Marsch zum Borsigplatz, der vor allem lautstark von den Jugendlichen an der Spitze geprägt wurde. Immer wieder riefen sie: 'Wir sind stark und wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!' und 'Übernahme – Unbefristet' oder 'Bambule, Randale, für volle Übernahme!'

Empört wiesen sie die Aussage der Unternehmer zurück, die unbefristete Übernahme sei wie ein Beamtenstatus! Natürlich ließen es sich die Jugendlichen nicht nehmen, gleich zwei Mal den Borsigplatz zu umrunden. Der Schwung und Begeisterung der Jugend hat sich auch auf die älteren Kollegen übertragen! Die Zusammenhalt von Jung und Alt ist mit dem Warnstreik gewachsen und ist eine gute Grundlage nicht nur für die Durchsetzung der Tarifforderungen!"