Betrieb und Gewerkschaft

VW will kämpferischen Arbeiter abschieben

Emden (Korrespondenz), 07.11.11: Automobilarbeiter aus Emden haben einen Fall an die Öffentlichkeit gebracht, der zeigt, wie heute Konzerne kämpferische Arbeiter los werden wollen. Der Arbeiter Tobi hatte sich bei der zu 100 Prozent in VW-Besitz befindlichen Firma Autovision (Auvi) in Emden beworben und bekam eine Zusage. Da er schon mehrfach bei Auvi in Kassel gearbeitet hatte, durfte er nicht mehr befristet eingestellt werden.

Die Auvi Emden brauchte aber offensichtlich dringend Arbeiter und stellte Tobi mit schriftlichem "Befristungsgrund" (einer fingierten Umschulung!) bis zum 24.09.11 ein. Am 09.09.11 erhielt Tobi schriftlich ein Angebot auf Verlängerung bis 30.06.12. Am 14.09.11 erschien er zum vereinbarten Termin, um seinen neuen Vertrag zu unterschreiben. Dieser wurde ihm dann aber plötzlich mit der Begründung verwehrt, ein neuer Befristungsgrund sei erforderlich und der wäre jetzt nicht mehr glaubhaft.

Das steht im krassen Widerspruch dazu, dass VW ständig neue Leiharbeiter von Autovision anfordert. Im Jahr 2012 sollen bis zu 281.000 Autos gebaut werden, da wird jeder gebraucht. Deshalb wurden auch 100 Leiharbeiter unter großem "Tam Tam" und viel "Schulterklopfen" der Betriebsratsspitze fest in den Haustarifvertrag II übernommen. Die Begründung, warum Tobi nicht unbefristet bei Autovision weiter beschäftigt werden könnte, ist also mehr als vorgeschoben. Der eigentliche Hintergrund dürfte der sein, dass Tobi und auch seine Partnerin seit vielen Jahren als kämpferische und für das Management unbequeme Kollegen bekannt sind. Tobi klagt für eine sofortige und unbefristete Wiedereinstellung.

Solidaritätsadressen an solidaritaetemden@googlemail.com und das Betriebsratsbüro Gerhardt Wulff (GEM), Halle 4/ Eingang 6, Volkswagen AG Werk Emden, Niedersachstraße, 26723 Emden.