Politik

Essen: Protest gegen Faschistenkundgebung

Essen (Korrespondenz), 14.11.11: Ungeachtet breiter Proteste war es den Nazis in Essen erlaubt worden, ihre Hetze am 9.11. offen auf die Straße zu tragen.

Zwar konnten sie diesmal nicht – wie in den Vorjahren – im Stadtteil Essen-Borbeck aufmarschieren, da das antifaschistische Bündnis „Essen stellt sich quer“ rechtzeitig eine umfangreiche Gegendemonstration organisiert hatte. Mit einer kurzen Gedenkfeier gedachten hier 150 Teilnehmer den Opfern des Holocaust. Die Vertreter des DGB, der evangelischen Kirchengemeinde und der VVN-BdA bezeichneten in ihren Redebeiträgen es jedoch skandalös, dass den Neonazis unter Missachtung des Gedenktages an die Pogromnacht 1938 in der Innenstadt eine Kundgebung sogar mit Fackeln genehmigt wurde. Doch auch hier stießen die Faschisten auf den breiten Protest der Bevölkerung: Hier hatten sich bis zu 250 Teilnehmer eingefunden, um lautstark zu protestieren: Vertreter von SPD, Grüne, Linkspartei, MLPD, DKP, Essener Friedensforum, Montagsdemo gegen Hartz IV, „Essen steht Auf“, rote antifa, Jugendverband REBELL, SDAJ sowie erfreulich viele Jugendliche unterschiedlichster Nationalität. Unübersehbar wurde immer wieder das Verbot aller faschistischen Organisationen gefordert.

In einem Grußwort der MLPD Essen hieß es unter anderem: „Es war Krupp, der dafür sorgte, dass Hitler mit erheblichen Finanzspritzen der Industriellen aufgebaut wurde ... Auch heute noch werden die Faschisten durch Staatsgelder unterstützt. So erhielten sie 2009 aus Steuergeldern 1,19 Millionen €! Die Faschisten waren und sind der Stoßtrupp der Monopole vor allem gegen die revolutionäre Arbeiterbewegung ... Denn nichts fürchten die Herrschenden mehr als ein Volk, dass für sein Recht auf ein Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung, für den echten Sozialismus kämpft! … Immer mehr Menschen erkennen weltweit, dass es Zeit ist, den Herrschenden das Heft aus der Hand zu nehmen. … In diesem Sinne: Hoch die internationale Solidarität! Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung – für den echten Sozialismus !“