International

Solidarität gegen Repression in Kasachstan

14.11.11 - Aus Kasachstan kommt ein Aufruf zur Solidarität mit den Journalisten des Fernsehsenders "Stan TV", Asan Amilov und Orken Zholmergenov. Auf sie wurde am 26. Oktober ein blutiger Anschlag verübt, sie mussten ins Krankenhaus. Der Sender berichtet regelmäßig über den Streik der Ölarbeiter. Notebook und Rucksack mit der gesamten Ausrüstung und allen Aufnahmen wurde ihnen geraubt. Im Krankenhaus wurde ihnen die notwendige Hilfe versagt, stattdessen die Polizei gerufen, die keine anderen Journalisten zu den verletzten Reportern durchließ.

Protesterklärungen sind erbeten an aktau_uvd@mail.kz, Kopien an KazakhstanSolidarity@gmail.com.

In dem Aufruf wird auf die Verschärfung der Repression nicht nur gegen die streikenden Ölarbeiter, sondern auch gegen jegliche Informationsarbeit hingewiesen: Ebenfalls am 26. Oktober wurde ein Aktivist der streikenden Ölarbeiter überfallen und verletzt. Schon am 24. Oktober waren die Zeitungen "Stimme der Republik" und "Prawda von Kasachstan" konfisziert worden wegen angeblich "extremistischen" Inhalts. Ständig gibt es Ermittlungen gegen die Zeitungen "Vsgljad" und "Tas Zhargan".

Der bekannte Journalist der Zeitung "Vremja", Gennadij Bendickij, wird des Ausplauderns eines Staatsgeheimnisses angeklagt, weil er Material über Skandale im Innern der Geheimdienste Kasachstans veröffentlichte. Außerdem werden ständig unbequeme Internet-Seiten gesperrt, viele russische Blogger des Landes verwiesen oder durften gar nicht erst einreisen, weil sie über den Streik der Ölarbeiter berichtet hatten oder Kritik am Präsidenten Nazarbajew geübt hatten. So versucht das Regime, mit allen Mitteln in der Zeit vor den Parlamentswahlen im Frühjahr 2012 Informationen von der Bevölkerung fernzuhalten.