Umwelt

Profitwirtschaft zerstört Lebensgrundlagen - zahlreiche Initiativen am heutigen internationalen Kampftag zur Rettung der Umwelt

03.12.11 - Weltweit stemmen sich Menschen mutig und selbstlos gegen Umweltverbrechen des internationalen Finanzkapitals. Heute, am internationalen Kampftag zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft der Monopole, finden an vielen Orten in Deutschland, in Europa und anderen Ländern Kundgebungen und Demonstrationen von Aktionsbündnissen statt.

Die "International Coordination of Revolutionary Parties and Organizations" (ICOR) hat bereits auf ihrer Gründungskonferenz im Oktober 2010 diesen Tag als einen der vier gemeinsam zu begehenden internationalen Kampftage beschlossen. Er ist ein sehr wichtiger Beitrag im Kampf zur Rettung unserer Umwelt, der eine internationale Front des aktiven Widerstands braucht.

Die MLPD hat zu diesem Aktionstag, der auch aus Anlass der Weltklimakonferenz in Durban stattfindet, aufgerufen bzw. sich an Umweltbündnissen beteiligt - und die Gelegenheit genutzt, die ICOR breiter bekannt zu machen und Spenden zu sammeln.

Aus Baden-Württembergs Landeshauptstadt berichten Korrespondenten an "rf-news": "Der weltweite Widerstand am heutigen gemeinsamen Kampftag der ICOR wurde plastisch durch ein Transparent iranischer Kollegen, die auch für die weltweite Abschaltung aller AKWS eintraten. Eine Touristin erzählte am offenen Mikro, wie in der Schweiz die Anti-AKW-Proteste in Deutschland genau verfolgt werden und dass sie auch für die Abschaltung aller Akws ist. Peter Borgwardt von der MLPD propagierte die gemeinsame weltweite Kampagne von ICOR und ILPS zur Abschaltung aller Atomkraftwerke. Aus Indien wurde berichtet, wie dort Jugendliche in großen und dauerhaften Blockaden in der ersten Reihe stehen. In verschiedenen Beiträgen wurde dazu aufgerufen, gerade wegen der damit verbundenen Umweltzerstörung den Widerstand gegen Stuttgart 21 entschieden weiter zu führen. Bereits gestern beim Schichtwechsel fand vor der Hauptverwaltung von Daimler eine kämpferische Aktion des Klima- und Umweltbündnisses Stuttgart (KUS) statt. Denn entgegen der großartigen Propaganda sollen bis 2020 lediglich 2 Prozent aller Autos Elektroautos sein. Daimler-Superlimousinen sollen wegen der Berechnung des 'zulässigen' CO2-Ausstoßes nach dem Gewicht sogar besser wegkommen als Kleinwagen. Die Forderung nach emmissionsfreien Autos und einem kostenlosen Nahverkehr wurde deshalb bei der heutigen Aktion ebenso verbreitet wie die Notwendigkeit eines Systemwechsels, den Kampf um einen echten Sozialismus, indem wirklich der Mensch im Mittelpunkt steht."

Auch in München wurden bei der Kundgebung am Viktualienmarkt - ein gut geeigneter Platz mit vielen Passanten und Zuhörern - von Kolleginnen und Kollegen der in München ansässigen Monopolbetriebe die "Green-Washing"-Lügen auseinander genommen. Siemens verdiente und verdient am Atomgeschäft Milliarden, BMW torpediert das Null-Emmissions-Auto, wie ein Vertreter der Münchner Vorbereitungsgruppe für den Automobilarbeiterratschlag 2012 berichtete. Getragen war die Aktion unter anderem von Aktivisten der ÖDP, der Bürgerbewegung Kryo-Recycling, der MLPD und dem Jugendverband REBELL, der mit dem "Umwelt-RAP" einmal mehr zur kämpferischen Stimmung beitrug. In Gesprächen mit Zuhörern wurde immer wieder die Frage besprochen, ob "der Zug denn noch nicht abgefahren" sei. Nein, wenn weltweit die betroffenen Menschen sich zu einer wirklich mächtigen Widerstandsfront zusammenschließen, kann und muss man den Umweltverbrechern die Welt aus der Hand nehmen, eh sie unwiderruflich zerstört ist. Dafür tragen wir die Verantwortung, für die Zukunft, für die Kinder, für die Jugend! Eine Lehrerin berichtete, wie sie sich mit ihren Schülerinnen und Schülern über die illusionäre Vorstellung auseinandersetzt, der Kauf von teuren Marken-Jeans führe zu weniger Pestizid-Vergiftungen von Kindern auf den Baumwollfeldern in Mali. Viele Unterschriften gegen den Bau der 3. Startbahn des Münchner Flughafens wurden gesammelt.

Aus Berlin berichten Teilnehmer der Kundgebung des Aktionsbündnis zum internationalen Umweltaktionstag: "Trotz Dauerregen nehmen 250 Menschen an der Kundgebung teil. Viele Passanten und Berlinbesucher verfolgen die noch stattfindende Kundgebung des Berliner Aktionsbündnis am Brandenburger Tor. Es sind Plakate zu sehen: 'Keine CCS Verpressung!', 'Sofortige Stillegung aller Atomkraftwerke - weltweit!', 'Für eine wirkliche Kreislaufwirtschaft'. Auch selbstgemalte Schilder wie 'Regionales Gemüse muss nicht fliegen', die Fahnen des Widerstands aus dem Wendland, der Naturfreunde, der IGM und GEW sind zu sehen. Das Bild ist geprägt von einer großen Vielfalt verschiedenster Umweltinitiativen und Organisationen: Bürgerinitiative Friedrichshagen gegen den BBI Flughafen Schönefeld, Bürgerinitiative 'Kein CO2 Endlager Altmark', 'Bürgerbewegung Kryorecycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz', 'Regenwald Report', Solidarität International, IG-Metall-Kolleginnen und -Kollegen von zwei Solarbetrieben und aus zwei Berliner Siemensbetrieben. Solidarität International, Frauenverband Courage, MLPD, Jugendverband REBELL, AGIF, YEKOM, BIRKAR. Es gibt sachkompetente Redebeiträge aus den verschiedenen Bereichen der Umweltbewegung. Sie wechseln sich mit tollen Kulturbeiträgen ab. Es singen unter anderem zwei Aktivisten der Bürgerinitiative Friedrichshagen. Andrew Schlüter, der Landesvorsitzende der MLPD sagte in seiner Rede: 'Nicht der Mensch ist das Problem, sondern eine profitorientierte Produktions- und Austauschweise im Kapitalismus. Sie braucht diese Zerstörung und Ausbeutung der Natur gesetzmäßig, um ihre gigantischen Profite überhaupt zu verwirklichen. ... Es wird kein Einlenken der Politiker und des internationalen Finanzkapitals geben, da ihnen die Profite wichtiger sind als die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. Das Hoffen auf Einsicht, die Vernunft die sich durchsetzen muss, ist eine Illusion und Sackgasse!'"

"Wir sind ja nicht aus Zucker!" schreiben Umweltfreunde aus Magdeburg.
"Regen von oben, Wind von vorne - machts nichts, wir waren in Magdeburgs Innenstadt kaum zu überhören am Umweltaktionstag. Es gab Beiträge gegen 'Fracking', die gefährliche Gasförderung, und zur Kampagne von ICOR und ILPS zur Stillegung aller AKW weltweit. Der REBELL stellte seine Widerstandsgruppe vor, es sprachen eine Frau vom Frauenverband Courage, ein Metaller und die MLPD. Die meisten Teilnehmer der Aktion waren Jugendliche. Die Jüngste lag noch im Kinderwagen, wenigstens sie hatte es trocken."

"Der Wunsch gemeinsam zu handeln ist groß", wird aus Albstadt-Ebingen im Zollernalbkreis berichtet. "Angeregt durch die Teilnahme am internationalen Umweltratschlag im Oktober, gelang es, zahlreiche Unterstützer für einen gemeinsamen Aufruf zum Weltklimatag zu gewinnen und eine Aktion zu organisieren. So fanden heute ein Info-Stand und eine Kundgebung in Albstadt-Ebingen statt. Toll und neu war die Vielfalt und Breite der Aktion. Am offenen Mikrofon sprachen viele kompetente und umweltbewusstte Menschen. Als Redner und / oder mit Infomaterial und Plakaten vertreten waren: eine Initiative gegen Mobilfunk, eine Initiative für die Regionalbahn Zollernalb, die sich für die Reaktivierung der Talgangbahn einsetzt, das Bündnis Freier Heuberg, das gegen einen Sprengplatz der Bundeswehr kämpft, das kommunalpolitische Bündnis ZUG Albstadt, die Montagsaktion Zollernalb, der Schwabenstreich Balingen, Mitglieder der MLPD, der Partei 'Die Linke'/ Solid, der DKP, der Grünen und des Jugendverbands Rebell. Der Wunsch, auch weiterhin gemeinsam zu handeln war groß und wir verabschiedeten uns in der Gewissheit, dass dies der Beginn einer guten Zusammenarbeit war!"

(Weitere Berichte morgen unter "Berichte und Korrespondenzen")