Betrieb und Gewerkschaft

"Jobmaschine" Flughafen?

München (Korrespondenz), 01.12.11: Zwei Jahre habe ich auf dem Flughafen in einem kleineren Souvenirladen gearbeitet. Ich bin erfahrene Verkäuferin, habe jahrelang in einem großen Kaufhaus gearbeitet, bis ich dort wegen Mobbing kündigte. Schon die lange (und auch teure) Anfahrtszeit ließ mir neben der Berufstätigkeit kaum mehr Zeit für andere Dinge. Der Arbeitsbeginn um 7.00 Uhr erforderte, dass ich um 6.00 Uhr von zu Hause startete.

Meist war ich erst um 17.30 wieder zu Hause und völlig kaputt. Ich war dort während des Tages ganz alleine im Laden, essen musste ich in einem kleinen Verschlag im Stehen, immer mit einem Blick auf den Verkaufsraum und auch nur dann, wenn gerade keine Kunden im Laden waren. Noch schwieriger war der Gang auf die Toilette, dazu sollte ich eine Verkäuferin eines Nachbarladens beauftragen, solange aufzupassen, bis ich wieder da war. Das war manchmal schlicht unmöglich, waren diese doch genauso unter Druck wie ich. 

Und dann der Verdienst: von den 1.000 Euro brutto blieben mir ca. 900 Euro, davon gingen Fahrtkosten von 143 Euro im Monat ab. Nie zuvor hatte ich so wenig Geld zur Verfügung – trotz Vollzeitarbeit. Ich will arbeiten und nicht von Hartz IV leben – doch solche Arbeitsplätze rauben dir die letzte Kraft!