Umwelt

Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft - Weitere Berichte vom Aktionstag am 3. Dezember

Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft - Weitere Berichte vom Aktionstag am 3. Dezember
ICOR-Kampftag am 3. Dezember 2011 in Düsseldorf

04.12.11 - "rf-news" berichtete gestern über Aktivitäten am ICOR-Kampftag zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft. Hier weitere Berichte und Korrespondenzen:

Zu einer Kundgebung anlässlich des Weltklimatages rief ein Bielefelder Personenbündnis auf. Mitglieder von Linkspartei, Bir-Kar, MLPD und andere ünterstützten den im Vorfeld erstellten Aufruf. Ein grottenschlechtes Wetter stellte hohe Anforderungen an die Kundgebungsteilnehmer. Es verhinderte bestimmt auch eine höhere Teilnehmerzahl als die rund 30 anwesenden. Somit beschränkten wir uns auf die Diskussion am offenen Mikrofon und Flugblätter verteilen.In der Vorbereitung der Aktion wurden mehrere Organisationen, Parteien und Leute angeschrieben und es kamen zum Teil sehr positive Resonanzen. Diese war dies Jahr die einzige Initiative zum Weltklimatag, aber vielleicht ein Beginn für für eine größere gemeinsame Aktion am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe im März oder des Weltklimatags 2012.

Witten: Endlich Regen – aber warum gerade heute mittag? Da blieben dann auch nur wenige längere Zeit stehen. Am offenen Mikrofon fanden sich trotzdem reichlich Leute ein. Um die Stilllegung aller AKWs zu erkämpfen brauchen wir viele Aktive, waren wir uns schnell einig. Da traf es sich gut, dass eine Courage-Frau berichtete, wie sich die örtlichen Gruppen des Frauenverbandes für den Umweltkampf stark machen wollen. Von der internationalen Zusammenarbeit von ICOR und ILPS berichtete der Vertreter des MLPD-Kreisverbandes. Die Kapitalisten als Verursacher der Umweltschäden gehen buchstäblich über Leichen, was ein Kollege der Wittener Chemiefirma Pelzer anprangerte. Dort wurde er an Arbeitsplätze geschickt, wo er Gift sogar von der Decke abkratzen konnte und die Hälfte der Kollegen schon an Leukämie erkrankt ist. Aber auch "einfache" Methoden der kapitalistischen Profitwirtschaft verursachen z.B. unnötigen CO2-Ausstoß. Bei Bosch-Rexroth in Witten wurde ein Zentrallager in der Nachbarstadt gebaut, so dass jetzt täglich Teile zwischen Lager und Werk und zurück mit 40-Tonnern gefahren werden, berichtete ein Bosch-Vertrauensmann. Auch bei ihm stieß der Gedanke einer Umweltgewerkschaft auf offene Ohren.

Aschaffenburg: Kämpferische Lieder und Redebeiträge zu den Forderungen "Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit!" und für die "Schnellstmögliche Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien" bestimmten den Charakter der Veranstaltung. Die MLPD betonte, dass die Umweltbewegung sich regional, national und international auf der Grundlage des aktiven Widerstandes organisieren muss. Sie machte dabei auch die gemeinsame Kampagne von ICOR und ILPS bekannt. Zum Gespräch regte die These an, dass die Rettung der Umwelt im Rahmen des Kapitalismus auf Dauer nicht möglich sein wird. Aus dem benachbarten Großkrotzenburg war die Bürgerinitiative gegen Staudinger angereist. Sie setzt sich seit Jahren ein gegen den weiteren überflüssigen Ausbau der Kohleverbrennnung in diesem Kraftwerk ein. Mehrere Kinder der "Widerstandgruppe gegen den drohenden Atomtod und die Umweltkatastrophe" hatten AKW-Plätzchen gebacken - "AKWs zum Vernichten". Buttons mit verschiedenen Motiven der Anti-Atom-Bewegung konnten selbst hergestellt werden.

Hamburg: Bei nasskaltem Wetter fand in Hamburg-Altona gestern eine Kundgebung zum Weltklimatag und gleichzeitigem ICOR-Kampftag  zur Rettung der Lebensgrundlagen der Menschheit statt. Es gab einen gemeinsamen Aufruf, der von der Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz, der Montagsdemo, MLPD; aus dem Frauenverband Courage; sowie von Ranjbaran (proletarische Partei von Iran) dem REBELL und dem Koordinationsrat der Iranerinnen und Iraner unterzechnet war. Beachtenswert ist, dass sich IG-Metall-Kollegen aus Hamburger Großbetrieben beteiligt haben. Ein Arbeiter klärte über die  ganze Dramatik des beschleunigten Umschlags in die globale Umweltkatastrophe auf und dass es auf die Organisierung einer internationalen Widerstandsfront gegen die Verursacher, die internationalen Monopole, ankommt. Ein Genosse der MLPD machte die ICOR als internationale revolutionäre Organisation und deren Ziele bekannt, und die gemeinsame Kampagne von IPLS und ICOR zur sofortigen Stilllegung aller AKWs. Es bedarf eines international erfolgreichen Kampfs für den Sozialismus und damit für den Erhalt der Lebensgrundlagen der Menschheit.
Wichtig war die Diskussion, dass die Umweltbewegung eine neue Durchschlagkraft bekommen muss, mit einer Massenorganisation des aktiven Widerstands und dazu die Einheit von Arbeiterbewegung und  Umweltbewegung eine wesentliche Angelegenheit ist. Dazu wurde der Vorschlag  für eine Umweltgewerkschaft bekannt gemacht.

Ludwigshafen: Von den über 46 eingeladenen Umweltinitiativen und Parteien ist in Ludwigshafen eine kleine Aktionseinheit aus Teilnehmern des internationalen Umweltratschlags, Gewerkschafter Aktiv Ludwigshafen, Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V und MLPD entstanden. Auch die Partei "Die Grünen" war mit einem Info-Stand vertreten. Die Lokalpresse kündigte die Aktion an und zeigte vor Ort Interesse. Der attraktive Büchertisch, informative Stelltafeln und eine Leine mit Weltkugeln und den Vorschlägen der Passanten waren unübersehbar und einladend zum Verweilen. Einig waren wir uns auch mit den GRÜNEN: die Stadt Ludwigshafen unterhöhlt die Meinungsfreiheit der umweltbewegten Aktionisten erheblich mit den Sondergebühren von 65 Euro für die Mikrophonanlage. Zu den Auseinandersetzungen mit den Passanten: Der Vertreter von Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V. berichtet von großer Empörung, dass unsere Umwelt der Profitwirtschaft geopfert wird. Eine feste Organisationsform gegenüber dem internationalen Finanzkapital wird weitgehend skeptisch eingeschätzt. Übereinstimmung herrscht mehrheitlich für die Stilllegung aller Atomkraftwerke und die Menschen verlangen regelrecht nach Argumenten. Insgesamt wird in allen Gesprächen deutlich - den Herrschenden wird kein Vertrauen entgegen gebracht. Wir sind uns einig, noch sind wir viel zu Wenige. Die Herausforderung lautet, die deutliche Kritik der Menschen am Kapitalismus ernst zu nehmen – mit aktuellen positiven Beispielen müssen wir belegen, dass es lohnt sich zu organisieren.

Dortmund: Trotz schlechtem Wetter haben sich 50 Menschen zum Weltklimatag am RWE Tower in Dortmund versammelt. Teilgenommen haben IG Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte von verschiedenen Dortmunder Großbetrieben, mehrere Schüler, Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, MLPD, der Jugendverband Rebell mit Rotfüchsen, der Musiker Bruno Egli sowie weitere Einzelpersonen. Gerd Pfisterer, BR-Vorsitzender von HSP erklärte, dass - obwohl die Stahlindustrie als einer der größten CO² Produzenten gilt - Produktionsverfahren, die den CO²-Ausstoß um 80 Prozent senken würden, aus Kostengründen nicht eingesetzt werden. Die MLPD hob hervor, dass wir international für den Erhalt der Lebensgrundlagen kämpfen müssen. Ein bedeutender Fortschritt hierfür ist die Gründung  der ICOR, die sich weltweit für den Erhalt einer Umwelt einsetzt, die es den Menschen auch in Zukunft noch ermöglicht, auf der Erde zu leben. Auch  die Forderung der BI zu Envio, dass die Sanierung des Geländes und die Entschädigung der Arbeiter umbedingt auf Kosten der Verursacher und nicht auf Steuerkosten zu erfolgen hat, ist weiterhin ein Thema, so brachte dann auch das Ergebnis einer Umfrage von Schülern einer Scharnhorster Schule es auf den Punkt, der Hauptverursacher für den Klimawandel ist die Industrie, die Gewinne vor Klimaschutz stellt.

Mülheim: Wir hatten ein gute kurze, knackige Aktion  "1 Minute 12 Uhr" eröffnet mit reichlich Krach und Aufsehen. Insgesamt bis zu 40 Zuhörern mit acht Redebeiträgen, die allesamt sehr lebendig und auch umfassend die Sache mit dem Weltklima, die Hintergründe und was zu tun ist auf den Punkt brachten. Auch das Greenwashing und der imperialistische Ökologismus wurden aufgedeckt und angegriffen und auch der Zusammenhang zum Kampftag der ICOR hergestellt. Jeder der vier Träger der Aktion hielt einen Redebeitrag (Courage, WIR-AUS-Müheim, MLPD, Fraktion WIR-Linke), wo er sich auch selbst vorstellte. DasWetter war total beschissen, Stimmung trotzdem sehr gut. Die Aktion endete 12.30 Uhr mit dem Gedicht "Mutter Erde", das einen starken Eindruck machte.
"Ich empfand das als ein sehr gute, effektive Aktion, auch dem Anlaß entsprechend", kommentierte Achim Fänger (Fraktionsvorsitzender WIR-Linke aus Mülheim). Unter den Zuhörern auch einige EX-Grüne, die auf Grund der lokalen Presseankündigung in WAZ und NRZ kamen.

Düsseldorf: Die Teilnehmer(innen) der Kundgebung trafen sich vor dem Düsseldorfer Justizministerium. Darunter das Transparent der MLPD für die Stilllegung aller AKWs weltweit – auch mit japanischen Schriftzeichen. Die NRW-Landesregierung präsentiert sich grün. Tatsächlich fehlt auf den Webseiten des Umweltministeriums jeder Hinweis, wer tatsächlich in NRW für die größten Umweltschäden verantwortlich ist. In der Liste der 10.000 größten industriellen Luftverschmutzer Europas sind viermal RWE-Kraftwerke in NRW auf den Plätzen 4, 7, 8 und 9 – RWE gehört zur Spitze der industriellen Umweltverbrecher Europas.
Aktiv brachten Arbeiter von Daimler ihr Anliegen nach Emmissionsfreien Fahrzeugen vor. Pro Jahr erzeugen die Sprinter, die Kleintransporter, die auch als VW-Crafter verkauft werden, über fünf Millionen Tonnen CO2. Der Daimler-Konzern erklärt: "Nachhaltigkeit ist der rote Faden unseres unternehmerischen Handelns." Die Fakten sprechen eine andere Sprache.
Es bestehen längst Alternativen zum Verbrennungsmotor wie Motoren auf der Basis von Brennstoffzellen – keine schädlichen Nebenprodukte. Die Technologie funktioniert bereits, wird aber nicht eingesetzt, weil die nötigen Investitionen keine Maximalprofite versprechen.
Der Vorschlag der Bildung einer Umweltgewerkschaft wurde aufgegriffen. Wenn wir die Umweltverbrechen angreifen, brauchen wir kämpferische Organisationen, die nicht bei Erklärung und Aufklärung stehen bleiben. Positiv war im Vorfeld die Gespräche mit Umweltorganisationen und Aktivisten in Düsseldorf. Allerdings besteht bei einigen ein etabliertes Umweltbewusstsein – das den Schutz der natürlichen Umwelt auf das beschränkt, was der oder die Einzelne tun kann. Wir trennten uns mit dem Ziel im nächsten Jahr, strategisch weiter zu kommen im internationalen Widerstand gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen.