Umwelt

Sofortiges Verbot des "Fracking"!

02.12.11 - Angeblich hat die SPD/Grünen-Landesregierung von Nordrhein-Westfalen das "Fracking" gestoppt, wie es bürgerliche Zeitungen letzte Woche vermeldeten. Fracking ist eine Methode der Gasförderung, gegen die sich seit längerem in Deutschland und anderen Ländern, unter anderem den USA und Frankreich, erbitterter Widerstand entwickelt hat. Denn bei dieser Technik wird mit Chemikalien versetztes Wasser unter großem Druck in tiefliegende Schiefer-Gesteinsschichten gepresst, um Gas an die Oberfläche zu befördern – mit massiven Auswirkungen auf die natürliche Umwelt. In Deutschland wurden bereits große Flächen in Nordrhein-Westfalen in "claims" aufgeteilt, wo Energiemonopole Probebohrungen durchführen wollten. Aber auch Thüringen, Niedersachsen und die Bodensee-Region sind im Blick der Gaskonzerne.

Die "Interessengemeinschaft gegen Umweltschäden beim Gasbohren durch Hydraulic 'Fracking' Facturing" beschreibt die Folgen: "Die Bohrungen laufen über mehrere Monate. Tausende von LKW-Fahrten sind notwendig, Biozide, krebserregende und erbgutschädigende Stoffe werden in großen Mengen angeliefert ... Beim Bohren und anschließenden Fracking werden künstliche Wegsamkeiten im Grund geschaffen, durch die Methan, aber auch im Boden enthaltene Stoffe wie Radium-226, Quecksilber oder Arsen mit dem Grundwasser in Verbindung kommen können. Nach dem Fracking und während der Förderung fallen Millionen Liter Brauch- und Lagerstättenwasser an, welche entsorgt werden müssen. Sie sind mit den eingesetzten Chemikalien, radioaktiven Isotopen und Schwermetallen belastet. Während der Einrichtung der Bohrung und der späteren Förderung werden große Mengen gesundheitsgefährdender Gase freigesetzt." (www.gegen-gasbohren.de)

Dieses Fracking wurde in Nordrhein-Westfalen nur vorläufig gestoppt, mit einem "Moratorium", bis das Ergebnis einer Risikostudie vorliegt. Allerdings: über 350 Quadratkilometer von NRW fallen nicht unter das Moratorium. Denn die Bezirksregierung Arnsberg wurde am 21. November vom Landeswirtschafts- und -umweltministerium darüber informiert, dass ab sofort wieder bergrechtlichen Anträgen auf Probebohrungen, Grubengasförderung und Geothermie unter 1.000 Meter Tiefe die Zustimmung erteilt werden kann, wenn die betreffende Firma unterschreibt, dass sie damit kein Fracking verbindet. Dabei geht es um die Ausbeutung "unkonventioneller Lagerstätten" mit einer anderen Technik als Fracking. Aber auch hier sind tiefe Bohrungen vorgesehen, mit Millionen von Litern aus den Kohleflözen abgepumptem, schwer belastetem Wasser.

Eine Korrespondentin aus Marl berichtet: "Die Probebohrungen betreffen unter anderem die Schiefergasvorkommen entlang der Ruhr, aber auch die Kohleflözgasvorkommen im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Tatsächlich befürchtet die Landesregierung, dass mit den Probebohrungen Konflikte provoziert würden, die vergleichbar seien mit dem Widerstand gegen Stuttgart 21, so Volker Milk von der Bezirksregierung Arnsberg. Damit die Menschen schon einmal sich auf diese für die Energiekonzerne so profitbringende Methode einstimmen, können wir in jedem Werbeblock im Fernsehen den 'netten Ingenieurs-Schwiegersohn' von ExxonMobil bewundern, der uns von der tollen 'Zukunftsenergie' Gas überzeugen soll.

Welche Gefahren für Mensch und Umwelt davon ausgehen, mussten Menschen in den USA erleben, vergiftetes Vieh, brennendes und vergiftetes Trinkwasser, Erdbeben usw. Amerikanische und deutsche Umweltinitiativen warnen vor diesen Profiten auf Kosten der Umwelt und Bevölkerung. Wir wollen keine Umweltverträglichkeitsprüfung wie die Landes- und Bundesregierung, sondern eine lebenswerte Umwelt.

'Ohne Gas kann man leben, ohne Wasser nicht!' meinte der US-amerikanische Farmer Terry Greenwood. Deshalb muss Fracking verboten werden, weil das nur der Profitgier der Energiemonopole dient und unsere Umwelt für Generationen verschmutzt. Jeder, der sich dagegen zur Wehr setzen will, sollte sich am internationalen Umweltkampftag am 3. Dezember beteiligen!"