Betrieb und Gewerkschaft

Konzern-Belegschaft von Manroland geht auf die Straße

Konzern-Belegschaft von Manroland geht auf die Straße
Demonstration am 1. Dezember vor dem Augsburger Werk (rf-foto)

02.12.11 - Tausende Kollegen von Manroland haben am Donnerstag gegen die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze demonstriert ("rf-news" berichtete). Mit der flachen Hand schlagen wütende Arbeiter von Manroland aus Offenbach in Frankfurt gegen die verschlossenen Glastüren der Allianz-Gebäudes. "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut", rufen sie. Böller werden vor der Frankfurter Niederlassung des Versicherungskonzerns am Mainufer gezündet. Auch am Standort Plauen beteiligten sich Hunderte Beschäftigte an einem Aktionstag in der Innenstadt. Aus Augsburg berichtet ein Korrespondent:

"An einer Straßenkreuzung zwischen den Betriebsgebäuden von manroland und MAN-Turbo-Diesel hatte die IG Metall zur Kundgebung aufgerufen. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich der Platz, über 2.000 Kollegen waren gekommen. Die Bedeutung, die Manroland für ganz Augsburg hat, wurde bereits anhand der Breite der verschiedenen teilnehmenden Gewerkschaften, Gruppen und Kollegen deutlich.

Delegationen von Verdi, NGG, IG BAU und IG BCE, Kollegen verschiedenster Betriebe, wie MAN München, Böwe Systec, Premium Aerotec, SGL, Eurocopter aus Donauwörth, Osram, Fujitsu Siemens, der Lechstahlwerke, Trevira, dem Augsburger Klinikum und viele mehr kamen, um den Kollegen ihre Solidarität zu zeigen. Mit zahlreichen Transparenten brachten die Kollegen ihre Enttäuschung und ihre Wut, insbesondere gegenüber den beiden Gesellschaftern, Allianz und MAN zum Ausdruck.

Satirisch-treffend titelte ein Tranparent 'Mit Sicherheit – Allianz getötet'. Auf der Kundgebung geredet hatten unter anderem der Betriebsratsvorsitzende von Manroland, der Oberbürgermeister und die erste Bevollmächtigte der IG Metall. Allianz und MAN wurden attackiert und an deren 'Verantwortung für den Standort Augsburg' appelliert.

Der Oberbürgermeister orientierte in seiner Rede hauptsächlich darauf, jetzt fleißig weiter zu arbeiten, um den Betrieb für mögliche Investoren attraktiv zu halten und bewarb eine "Allianz für Arbeit', ein Konsortium aus Stadtspitze, Agentur für Arbeit, Gewerkschaftsspitze und Teilen der Landesregierung. Sie werde sich schon um die Kollegen kümmern und eine möglichst akzeptable Lösung finden.

Die entscheidende Frage in den Belegschaften wird sein: Warten wir erst mal ab und lassen uns vom Verzichtgerede einlullen – oder machen wir unsere eigene Rechnung auf und kämpfen offensiv um jeden Arbeitsplatz?" (gekürzt)