Umwelt

EU befürwortet neue Atomkraftwerke

Duisburg (Korrespondenz), 10.12.11: Die EU befürwortet einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge den Neubau zahlreicher Atomkraftwerke. Im bisher vertraulichen Entwurf "Energy Roadmap 2050" bezeichne EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Atomkraft als "wichtigen Faktor". Mehrere Szenarien in dem Papier sehen den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor. Das Papier soll der "Süddeutschen Zeitung" zufolge in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden und ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte liefern.

"Eine neue Generation der Atomtechnik könnte helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu adressieren", zitiert die Zeitung aus dem Papier. Auch eine staatliche Subventionierung der Atomenergie ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland halte die Kommission für möglich. Sie könnte demnach Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke, zum Beispiel in Großbritannien, erlauben. Die mehrheitliche Ablehnung der Kernkraft in den meisten EU-Ländern erwähnt das Papier zwar, hält sie aber offenbar für "überwindbar".

Wenn sie sich da nicht täuschen! Immerhin gibt es eine Massenbewegung gegen die lebensgefährliche Atomenergie nicht nur in Deutschland, auch in Belgien wurde ein - wenn auch nur mittelfristiger - Atomausstieg erzwungen und in Italien per Volksabstimmung der Bau von Kernkraftwerken verhindert. Auch in Frankreich formiert sich eine wachsende Anti-AKW-Bewegung, die bei den Anti-Castor-Transporten Ende November effektiv in Erscheinung trat.

Ein weiterer Höhepunkt für den Anti-Atom-Protest noch im diesem Jahr wird am Sonntag, 18. Dezember, die Demonstration vor dem "Zwischenlager" Ahaus sein, welches 2012 aus Jülich 152 Castoren mit hochradioaktivem Material aufnehmen soll. Die Auftaktkundgebung vor dem Zwischenlager beginnt 14 Uhr, vom Bahnhof gibt es Shuttle-Transporte.

Das Zwischenlager gehört zu 55 Prozent der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS, wird von den 4 Energiemonopolen und Siemens gehalten) und der STEAG, die vor einigen Monaten zu 51 Prozent von der RAG an ein Konsortium von mehreren Stadtwerken in NRW verkauft wurde. Diese sitzen also jetzt nicht nur auf zehn Kohlekraftwerken als Klimadreckschleudern, sondern auch mitten drin im Atomkomplex.

Die "Zwischenlager" wie Ahaus sind eine völlige Mogelpackung, es sind gegen Flugzeugabsturz, Strahlung und Terroranschläge völlig ungesicherte Hallen und Schuppen, und von einer sicheren Endlagerung kann nirgendwo die Rede sein. Deswegen: Sofortiges Verbot der Castor-Transporte und Schließung von Ahaus sowie der Uran-Brennstäbe-Fabrik in Gronau!