Betrieb und Gewerkschaft

Vertrauensleute mehrerer Siemens-Betriebe erklären ihre Solidarität mit den Kollegen von Manroland

10.12.11 - In einem Schreiben des gemeinsamen Vertrauenskörpers der IG Metall bei Siemens AG NL, NSN und SEN im SigmaTechnopark Augsburg heißt es:

Am vergangenen Freitag erklärte die manroland AG die Insolvenz. Dieser Schritt wurde angeblich notwendig, weil ein Investor abgesprungen ist. In Wirklichkeit wurde manroland von der Allianz Gruppe als Mehrheitseigner fallengelassen, weil manroland nicht mehr den erwarteten Maximalprofit einbrachte. ...

Auch wir bei Siemens, Nokia-Siemens-Networks (NSN) und Siemens Enterprise Communications (SEN) haben viele Rechnungen offen:
- Im Siemens-Werk Augsburg arbeiteten in den 1980er Jahren noch 5000 Siemens-Kollegen. Jetzt sind es gerade noch 385.
- Der letzte Schlag war der Verkauf des Repair-Centers mit 60 Arbeitsplätzen, weil es den geforderten Maximalprofit nicht mehr brachte.
- NSN und SEN wurden 2006 aus Siemens ausgegliedert. Bei NSN sind aktuell 17.000 Arbeitsplätze in Gefahr.
- Wir arbeiten seit Jahren unter einem Ergänzungstarifvertrag zwei Stunden länger in der Woche ohne Urlaub und Weihnachtsgeld. Die darin festgelegte Standortsicherung konnte die Arbeitsplatzvernichtung nicht aufhalten.

Darüber hinaus stehen auch in anderen Konzernen wie bei EON zehntausende Arbeitsplätze in Frage.

Wir sollten die Insolvenz von manroland zum Anlass nehmen, die Auseinandersetzung über unsere Zukunft unter den Kollegen verstärkt zu führen:
- Sollten wir unsere Angelegenheiten nicht selbst in die Hand nehmen und aktiv werden statt dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird?
- Ist es nicht notwendig, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen statt zu hoffen, dass es einen selber nicht trifft? Jeder verlorene Arbeitsplatz ist auch für die Zukunft der Jugend verloren.
- Brauchen wir nicht starke und kämpferische Gewerkschaften um der Spaltung entgegenzuwirken und die Kämpfe zusammenzuführen statt einem Co-Management?
- Müssen wir nicht eine internationale Konzernzusammenarbeit unter den Kollegen entwickeln statt uns in Standorte und Länder spalten zu lassen?