Umwelt

Tepco muss Kernschmelze bestätigen

Oberhausen (Korrespondenz), 05.12.11: Eine am 30. November veröffentlichte Tepco-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass im Reaktor 1 der geschmolzene Kern aus dem Druckbehälter geflossen ist. Die Analyse basiert im wesentlichen auf den Messwerten freigesetzter Stoffe, den eingesetzten Kühlwassermengen und Modellberechnungen. Direkte Beobachtungen und Messungen in Druckbehältern und im Reaktor sind noch immer unmöglich. Das berichtet "World Nuclear News".

Von den Reaktoren 2 und 3 nimmt Tepco weiter an, dass dort die Brennstäbe teilweise aufgeschmolzen und auf den Boden des Druckbehälters getropft sind. Noch schlimmer sieht es im Reaktor 1 aus, der am härtesten getroffen wurde. Dort seien die Brennstäbe nahezu vollständig geschmolzen. Die Schmelze, die sich zunächst auf dem Boden des Druckbehälters gesammelt haben muss, habe diesen durchbrochen und sei auf den Boden des Containments geflossen. Dort habe sie sich 70 Zentimeter in den Beton gefressen. Der Betonboden sei insgesamt 10,2 Meter dick, heißt es in einem Bericht der World Nuclear News.

Der Beitrag äußert sich nicht zu der Frage, ob in der Schmelze die Kettenreaktion abgebrochen ist oder weiter anhält. Tepco hatte zunächst behauptet, es habe keine Kernschmelze stattgefunden. "Daily Yomiuri online" berichtet, dass Tepco von den Behörden in der Präfektur Fukushima aufgefordert wurde, auch seine dort verbleibenden sechs Reaktoren stillzulegen. Heute wurde bekannt, dass erneut 45 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer geflossen sind.