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"Wir wollen eure Besetzung nicht" - Friedensdemo in Bonn

Düsseldorf (Korrespondenz), 05.12.11: Es waren um die 4.000 Menschen, die gegen die imperialistische Besetzung Afghanistans und für den Abzug aller fremden Truppen am 3. Dezember in Bonn auf die Straße gingen. Die Friedensdemo zeichnete sich durch eine sehr breite Teilnehmerschaft aus. Viele linke Organisationen, viele Migrantenorganisationen – in der Mehrzahl türkisch-kurdisch, Umweltschützer, christliche Friedensfreunde, Mitglieder von IG Metall und von Ver.di. Auch MLPD und REBELL hatten zu der Demonstration aufgerufen und beteiligten sich aktiv.

In Gesprächen wurde das Bedürfnis deutlich, trotz unterschiedlicher Ansichten zusammen zu arbeiten. Der Tenor richtete sich nicht allein auf die Beendigung des Krieges in Afghanistan und anderen besetzten Ländern, sondern gegen die Politik der Imperialisten und deren heuchlerische Begründungen von angeblichen Frauenrechten, Fortschritt und Demokratie.

Viele Redner hoben hervor, dass die imperialistische Besetzung Afghanistans für die Masse der Bevölkerung und besonders die Frauen die Situation noch verschlimmert hat. Eindringlich der Beitrag der afghanischen Parlamentarierin Malalai Joya, die vertrat: Wir wollen eure Besetzung nicht. Das afghanische Volk kann und muss sich selbst befreien.

Das Auftreten der Polizei war provokativ. Mindestens ebenso viele Polizisten wie Demonstranten waren im Einsatz, die in voller Kampfmontur und ab der Hälfte der Strecke mit geschlossenen Helmen die Demo links und rechts in Zweierreihen eskortierten. Sieht so die "Demokratie" aus, die sie angeblich verteidigen wollen?