Betrieb und Gewerkschaft

Neue Attacke gegen Volker Kraft ohne Erfolg

Stuttgart (Korrespondenz), 14.12.11: Am Montag, 12. Dezember, wurde um 7.30 Uhr eine Betriebsratssitzung angesetzt. Einziger Tagesordnungspunkt: "Klärung des von Volker Kraft erhobenen Vorwurfs der Behinderung von Betriebsratstätigkeit". Dies berührt die Schließung zweier Büros der Schwerbehindertenvertretung, für die Volker Kraft wieder gewählt wurde, an dessen Ausübung er jedoch gehindert wird. Deshalb läuft auch vor dem Arbeitsgericht Stuttgart eine Anfechtungsklage wegen Manipulierung der Wahl zur Schwerbehindertenvertretung zu dem Zweck, Volker Kraft als Vertreter auszuschalten.

Es gelang bei der Betriebsratssitzung allerdings nicht, eine Erklärung zur Distanzierung von Volker Kraft zu verabschieden, die Betriebsräte haben sich vertagt. Eine solche Erklärung hätte - wie im Fall des gekündigten Betriebsrats Georg Bell - die politische Kündigung vorbereiten können. Doch auch andere Betriebsräte entwickelten Widersprüche zu den Methoden von Daimler und der Rolle der Betriebsratsführung. So wurde z.B. bekannt, dass Volker Krafts Internetzugang überprüft wird, was große Empörung hervorrief.

Offensichtlich kann Daimler keine kämpferischen und klassenkämpferischen Kollegen brauchen, um sein Ziel durchzusetzen, bis 2020 Nummer 1 auf dem Premium-Automobilbereich zu werden. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Erich Klemm dazu: "Das Ziel ist richtig, denn wer will den Mitbewerbern schon hinterher fahren?" ("Brennpunkt", Dez. 2011) Deshalb arbeitet die Betriebsratsspitze auch mit dem Vorstand zusammen, wenn es gegen Kollegen wie Volker Kraft geht.

Der Solidaritäts-Brunch am 11. Dezember sowie ein "Extra" der Kollegenzeitung "Stoßstange", das am 12. Dezember verteilt wurde, waren wichtige Schritte, dass Daimlers Rechnung nicht aufgeht und die kämpferische und klassenkämpferische Richtung gestärkt aus dieser Auseinandersetzung hervorgeht. Solidarität ist jetzt gefragt!

Das beterifft auch die Solidarität mit anderen kämpferischern Kollegenvertretern wie der IGM-Vertrauensfrau und Ersatz-Betriebsrätin Karin Scheller. Kommt zu ihrem Prozess gegen Daimler zur Zurücknahme von zwei Abmahnungen: Donnerstag, 15. Dezember, 10 Uhr, Arbeitsgericht Stuttgart, Johannesstr. 86.