Politik

Ausschwitz-Komitee mahnt gegen Faschismus und Rassismus

20.12.11 - In einem aktuellen Aufruf wendet sich das "Ausschwitz-Komitee" von Überlebenden aus dem Konzentrations- und -vernichtungslager Ausschwitz an die Bundesregierung. Wir dokumentieren Auszüge:

"Wir, die letzten Zeugen des faschistischen Terrors, rufen auf: [...] Aus der Erfahrung unseres Lebens sagen wir: Nie mehr schweigen, wegsehen, wie und wo auch immer Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit hervortreten! Erinnern heißt handeln! (...)

... in Zeiten, in denen selbst ein Shoa-Überlebender wie Ernst Grube, VVN-BdA-Vorsitzender in Bayern, vom Nachrichtendienst überwacht und als Zeitzeuge diskreditiert wird,

... in Zeiten, in denen die NPD und neofaschistische Kameradschaften ganze Regionen zu 'national-befreiten Zonen' erklären und die NPD immer
noch nicht verboten ist ...

mischen wir uns ein und fordern Sie auf: Handeln Sie, jetzt!

Schluss mit der öffentlichen Subventionierung neofaschistischer Organisationen durch V-Leute, wir fordern gründliche und parlamentsöffentliche Aufklärung der Morde selbst sowie der Verfehlungen und Verstrickungen des Verfassungsschutzes und der Polizei in die Morde des 'Nationalsozialistischen Untergrunds' und ähnlicher Geheimbünde!  (...)

Schluss mit der Gewalt gegen Menschen, die ihren eigenen Körper in friedlichen Sitzblockaden gegen Neonaziaufmärsche einsetzen, die großen Mut beweisen und unsere Hoffnung auf eine bessere Zukunft sind! Schluss mit der Kriminalisierung und Überwachung von Überlebenden des Holocaust. Die Diskreditierung ihrer Zeitzeugenarbeit wie z.B. bei Ernst Grube in Bayern muss sofort beendet werden!

Und Sie, Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel und die Bundesregierung fordern wir wiederum auf: Verbieten Sie endlich nach Artikel 139 Grundgesetz und entsprechend dem Potsdamer Abkommen die NPD und alle faschistischen Nachfolgeorganisationen, ihre Schriften, ihre Embleme, ihre Aktivitäten!

Das sind wir den Millionen Opfern der faschistischen Verbrechen schuldig."