Umwelt

Atomlager Asse einsturzgefährdet - Behörden hintertreiben die Bergung der Fässer

28.12.11 - Bis 1978 wurden in den alten Schächten des ehemaligen Salzbergwerks Asse rund 125.000 Behälter mit schwach- und 1.300 mit mittelradioaktivem Müll eingelagert. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Für die Genehmigung war ein Planfeststellungsverfahren gesetzlich noch nicht vorgeschrieben. Die Verantwortung lag damals beim Bundesforschungsministerium.

Jetzt ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter zuständig, das direkt dem Bundesumweltministerium untersteht. Wegen eindringendem Wasser ist das Lager einsturzgefährdet. Es ist völlig ungewiss, in welch marodem Zustand sich die Fässer bereits befinden. Im Januar 2010 erklärte das Strahlenschutzamt die Rückholung der Fässer als "beste Option" zur Gewährung der Sicherheit. Erst kürzlich erhob das selbe Amt jedoch plötzlich Bedenken, dass das Ziel, den Müll zu bergen, nicht mehr erreichbar sei.

Die Anti-AKW-Bewegung wirft Umweltminister Norbert Röttgen vor, niemals ernsthaft eine Bergung der Fässer in Erwägung gezogen zu haben. In Wahrheit arbeite er seit fast zwei Jahren gegen die Rückholung des Mülls. Der Minister hat sich auch noch nie vor Ort über die Lage in dem alten Bergwerk informiert. Auch das niedersächsische Umweltministerium hat durch seine Genehmigungs- und Auflagenpraxis eine Rückholung des Mülls hintertrieben.