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Italien: Besuch einer kämpferischen Kundgebung in Modena

Italien: Besuch einer kämpferischen Kundgebung in Modena
Kundgebung in Modena am 19. Dezember

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 27.12.11: Am 19. Dezember streikten in Italien landesweit Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gegen das Krisenprogramm der Monti-Regierung – genannt "Manöver von Monti". Im Rahmen eines Besuchs nahmen wir in Modena an einer Protestkundgebung teil. Etwa 300 Streikende versammelten sich etwa zwei Stunden, mit vielen Fahnen der drei Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL. Wir trugen eine Fahne von MLPD und ICOR bei. Einige Gewerkschaftsvertreter sprachen bei einer kurzen Kundgebung.

Trotz mangelnder Sprachkenntnisse konnten wir mit einigen Demonstranten sprechen - in einem Mix aus Englisch und Italienisch. Dabei erfuhren wir, dass das Rentenalter von 60 auf 66 Jahre heraufgesetzt werden soll. Die bürgerlichen Politiker verdienen 10.000 Euro und mehr und das Geld von den Arbeitern wird gekürzt. Sie berichteten uns: "Wir zahlen bisher 33 Prozent Steuern, die Politiker nur 10 Prozent. Wir sollen den Gürtel noch enger schnallen: die Steuern werden auf 45 Prozent angehoben, die Löhne werden drei Jahre nicht erhöht."

Wir sprachen mit Massimo, Vertreter der CGIL in Modena. Wir stellten uns als Beschäftigte im Gesundheitswesen in Deutschland und als Marxisten-Leninisten vor und erklärten unsere Solidarität. Er und seine Kollegen waren darüber sehr erfreut und interessierten sich auch für die Situation in Deutschland.

Massimo: "Dass immer mehr privatisiert wird, das Problem haben wir hier auch und kämpfen dagegen. Arbeitsplätze im Gesundheitswesen werden abgebaut, die Gesundheitsversorgung verschlechtert sich, die Leute müssen mehr bezahlen. Die Monti-Regierung kürzt die Renten und die Möglichkeit, vorzeitig in Rente zu gehen, wird von 57 auf 60 Jahre erhöht. Gelder für Kindergärten und Schulen werden gekürzt. Wir kämpfen für die Verbesserung der sozialen Lage."

Regierungschef Monti lässt in den Massenmedien verbreiten, die Situation der Rentner werde "nur an europäische Standards angepasst". Das ist ein Betrug. Wir berichteten von der Situation in Deutschland, und dass auf Beschluss der EU in allen europäischen Ländern die Renten gekürzt und das Rentenalter erhöht werden soll. Und dass wir deswegen für den gemeinsamen Kampf international eintreten. Das fand Massimo gut und bedankte sich herzlich für die Solidarität.