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Griechische Stahlarbeiter: "Nach der Aussetzung des Streiks geht der 'Krieg' weiter"

06.08.12 - Folgende Mitteilungen der griechischen Stahlarbeiter von Aspropirgos stellten uns Freunde zu Verfügung. Bereits am 30. Juli schrieb Panagiotis Katsaros, Sprecher der Stahlarbeiter-Gewerkschaft:

"Auch wenn die Generalversammlung beschlossen hat, unseren Streik auszusetzen, setzen wir den Kampf für unsere berechtigten Forderungen fort. Wir sehen uns selbst als Sieger, weil der Streik nicht nur unsere Chefs, sondern auch das ganze herrschende System in Griechenland erschreckt hat. Als wir nach neun Monaten des Streiks wieder zur Arbeit gingen, gab es einen bewegenden und triumphalen Empfang. Viele applaudierten für diesen ruhmreichen Kampf, den wir so lange geführt haben.

Als wir ankamen, führten wir gleich unsere erste Auseinandersetzung um die Forderung, dass die MAT-Sondereinheiten von unserem Betriebstor verschwinden sollen, was dann auch geschah. Die Stahlarbeiter gingen - bis auf die Entlassenen - gemeinsam in die Fabrik, mit den Gewerkschaftsvertretern an der Spitze. Die Arbeiter gingen an ihre Arbeitsplätze, aber die Gewerkschaftsmitglieder sind weiterhin konfrontiert mit den Problemen, die die Bosse geschaffen haben und die dazu führen, dass wir uns täglich acht Stunden lang in Konfrontation mit ihnen befinden."

Am 1. August berichtet er zusammen mit Sofia Roditi, der Sprecherin der Stahlarbeiterfrauen von Aspropirgos: "Nach der Aussetzung des Streiks geht der 'Krieg' zwischen dem Unternehmer und den Stahlarbeitern weiter. Es gibt vier neue Entlassungen. Sie sind illegal, weil sich zwei gegen organisierte Arbeiter richten und zwei gegen ältere Kollegen, die schon über 30 Jahre im Betrieb sind. Die Gewerkschaft wird von morgen an Protestaktionen dagegen durchführen. Wir brauchen also weiterhin die Solidarität."