Umwelt

"Monster"-Monsun auf den Philippinen und "Super"-Taifun in China - Millionen Menschen in Not

09.08.12 - Rasende Stürme, verbunden mit ungeheuren Regenmassen haben auf den Philippinen und in China Millionen Menschen in schwere Not gebracht. Nach zwei Wochen sturzflutartigen Regens durch einen bisher nie erlebten "Monster"-Monsun sind auf den Philippinen jetzt rund zwei Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Zwischen 60 und 80 Prozent der Hauptstadt Manila stehen unter Wasser. Besonders schwer trifft es die Armenviertel. Durch manche Straßen rissen sechs Meter hohe Wassermassen alles mit sich. Ganze Stadtgebiete sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Hunderttausende sitzen in überfluteten Gebieten teils in Notunterkünften fest. Mindestens 30 Menschen mussten bisher in diesem Unwetter ihr Leben lassen. In den umliegenden Regionen sind weitere 1,4 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen und müssen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Schon vor einer Woche hat im nördlichen Teil der Philippinen der Taifun "Gener" zu verheerenden Zerstörungen geführt. In Baguio City und den Kordilleren gab es die schlimmsten Regenfälle der Geschichte.

In China traf Taifun "Haikui" am Mittwoch mit voller Wucht und 150 Stundenkilometern auf die Ostküste. Es war der dritte Taifun innerhalb einer Woche. Bis zu fünf Meter hoch türmten sich die Wellen vor der Küste. In der chinesischen Provinz Zhejiang mussten sich rund 1,5 Millionen Menschen in Sicherheit bringen, im benachbarten Shanghai fast 400.000. Bei den Unwettern in China sind bislang mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere werden vermisst.

Seit über 15 Jahren nimmt die Zahl und die Stärke der Stürme und Überschwemmungen auf den Philippinen ständig zu. Die aktuellen Überschwemmungen in Manila sind die schwersten seit 2009, als 460 Einwohner durch den Taifun "Ketsana" ums Leben kamen. Erst im August 2011 wurden durch einen schweren Monsunregen in Manila und Umgebung 15 Menschen getötet. Und im Dezember 2011 kostete der Taifun "Washi" sogar 2.000 Todesopfer.

Eine wesentliche Ursache dieser Super-Taifune und der Monster-Monsune ist die seit Jahren ansteigende Temperatur des Pazifiks. Die Temperatur des Indischen Ozeans hat sich innerhalb weniger Jahre durch die Erderwärmung um durchschnittlich 2 Grad erhöht. Je höher aber die Wassertemperatur des Ozeans, desto stärker ist die Gewalt der Stürme. Denn dadurch können große Wassermengen verdunsten, mit der warmen Luft aufsteigen und sich zu drehen beginnen. Um so massiver sind auch die Regenmassen in den Ländern Asiens, während das zugleich zum wiederholten Ausbleiben der Regenzeiten am Horn von Afrika führt.

Die rasante Zunahme regionaler Umweltkatastrophen ist ein Anzeichen dafür, dass sich der Übergang in eine globale Umweltkatastrophe deutlich beschleunigt. Dabei erleben wir heute nur die Auswirkungen der Erderwärmung durch den CO2-Ausstoß, der vor 30 Jahren stattfand. Denn Gase wie CO2 oder Methan brauchen Jahrzehnte, um ihre Wirkung auf das Klima voll zu entwickeln. Aber die internationalen Großkonzerne treiben durch die immer weitere Verbrennung fossiler Energien die künstlich erzeugte Erderwärmung ungebremst voran.

Dagegen muss sich ein weltweiter Widerstand zum Schutz der natürlichen Umwelt organisieren. Die Entwicklung des Kapitalismus hat allerdings einen Punkt erreicht, an dem er grundsätzlich unvereinbar wird mit dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit. Daher setzt sich der konsequente Kampf zur Rettung der Umwelt auch das Ziel einer neuen Gesellschaftsordnung: Die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt!

Aktuell bitten verschiedene Organisationen auf den Philippinen dringend um Hilfe für die Flutopfer. So hat der Frauenverband "Gabriela" dazu aufgerufen und auch "Defend Job Philippines", ein überbetrieblicher Zusammenschluss von Arbeitern zur Verteidigung der Arbeitsplätze. In Deutschland wird Hilfe koordiniert von den "Deutsch-Philippinischen Freunden e.V." (www.dp-freunde.de), die garantieren, dass Spenden innerhalb eines Tages ohne Abzüge auf den Philippinen angekommen. Die Hilfsaktion dient vor allem dazu, Lebensmittel, Kleider, Wasser, Matratzen, Decken, Arzneimittel und andere Güter für die Betroffenen in den Wohngebieten der Arbeiter und städtischen Armen zu organisieren. 

Konto des DPF: Deutsche Bank 24 Langenfeld, Kto.: 4081550, BLZ 300 700 24, Stichwort: Flut Manila