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Was Markus Söder bei seiner "Griechen"-Hetze "übersieht"

Stuttgart (Korrespondenz), 06.08.12: Während die Kontrolleure der "Troika" aus IWF, EU-Kommission und EZB der griechischen Regierung - zumindest vorläufig - "Fortschritte" bei der rigorosen Abwälzung der Krisenlasten auf die breiten Massen bescheinigen, gibt es zunehmende Stimmen von bürgerlichen Politikern, die den sofortigen Austritt Griechenlands aus der Eurozone fordern. Ein demagogischer Vertreter dieser Richtung ist der bayrische Finanzminister Markus Söder (CSU). In der "Bild am Sonntag" forderte er: "An Athen muss ein Exempel statuiert werden, dass diese Eurozone auch Zähne zeigen kann. Die Deutschen können nicht länger der Zahlmeister für Griechenland sein."

Nicht "die Deutschen" sind jedoch die Zahlmeister für "die Griechen". Sowohl in Griechenland als auch in Deutschland werden die breiten Massen für das Krisenmanagement zu Gunsten des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals zur Kasse gebeten. Das hat mit seiner Privatisierungspolitik, Rüstungsdeals und spekulativer Kreditvergabe maßgeblich dafür gesorgt, dass Griechenland immer tiefer in die Schuldenspirale geriet.

Mit Recht stößt diese volksverhetzende und spaltende Politik bei wachsenden Teilen der Bevölkerung auf Widerspruch. Ihre Wirkung darf dennoch nicht unterschätzt werden. Die Haltung zu Griechenland bzw. zu den Kämpfen der Arbeiter und breiten Massen in Griechenland ist derzeit eine Kernfrage im gesellschaftlichen Kampf um die Denkweise der Massen.

Aus diesem Grund lädt die MLPD Stuttgart-Sindelfingen ein zur Veranstaltung "Feuer am Fuße der Akropolis": Reisebericht und Diskussion zur aktuellen Lage in Griechenland und praktischen Schritten zur Solidarität, Freitag, 10. August, 19 Uhr, ABZ Süd, Stuttgart-Untertürkheim, Bruckwiesenweg 10, Eintritt 2,50 / 1,50 Euro.