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Südafrika: Streiks in Platinminen breiten sich aus

23.08.12 - Der Streik der Arbeiter in der Lonmin-Platinmine in Südafrika breitet sich auf andere Platinminen im Land aus. Dienstagnacht traten die "Driller" (Gesteinsbohrer) in der nahegelegenen Royal-Bafokeng-Platinmine in den Streik und legten die Produktion in der Mine lahm, in der insgesamt 7.000 Arbeiter arbeiten. Wie bei Lonmin fordern die "Driller" die Anhebung ihres Lohnes auf 12.500 Rand. Die Arbeiter von Anglo American Platinum (Amplats) in der Thembelani-Mine in der Nähe von Rustenburg haben ähnliche Forderungen gestellt und erwarten bis Freitag eine Antwort von Amplats.

In der Marikana-Mine von Lonmin findet weiterhin keine Produktion statt, nicht einmal ein Drittel der Arbeiter ist bisher zur Arbeit angetreten. Die Arbeiter fordern, dass die 259 Festgenommenen freigelassen werden und dass sie an den Trauerfeiern teilnehmen können, die für Donnerstag geplant sind. Präsident Zuma besuchte am Mittwoch Lonmin-Arbeiter, weigerte sich aber, den Hügel zu besuchen, wo das Polizeimassaker stattgefunden hatte.

Die südafrikanische Fernsehmagazin "3rdDegree" berichtet, dass das Sondereinsatzkommando "Tactical Response Team Amaberete", das an dem Massaker gegen die Marikana-Bergarbeitern beteiligt war, die Bevölkerung terrorisiert. Das belegen Aufzeichnungen einer Überwachungskamera in einer Gaststätte in Sebokeng, wo die bewaffneten Polizisten die Gäste grundlos traten, schlugen und mit Getränken begossen.