Wirtschaft

Arbeitsplatzvernichtung im Nürnberger Siemens-Trafo-Werk - Belegschaften müssen sich zusammenschließen

Arbeitsplatzvernichtung im Nürnberger Siemens-Trafo-Werk - Belegschaften müssen sich zusammenschließen
Protestaktion der Trafo-Werker Anfang Juli

Nürnberg (Korrespondenz), 21.08.12: "Dem Trafo-Werk geht die Arbeit aus", schrieben die "Nürnberger Nachrichten" am 9. August in einem Artikel über die geplante Vernichtung von 406 Arbeitsplätzen im Nürnberger Trafo-Werk von Siemens. Der Rückgang der Aufträge innerhalb der Wirtschafts- und Finanzkrise geht jedoch damit einher, daß Siemens sein Transformatorenwerk in Guangzhou im Süden Chinas 2011 massiv erweitert hat. Dort werden jetzt ebenfalls 800-KV-Gleichstrom-Transformatoren gebaut, die bis dahin ausschließlich in Nürnberg gefertigt werden konnten.

Aber auch in der übrigen Welt hat Siemens die Trafoproduktion ausgebaut. Neue Trafo-Werke entstanden in China, Kolumbien, Indien und Abu Dhabi. Das nächste wird in Russland gebaut. Zwei weitere große Werke stehen in Österreich, die den gesamten osteuropäischen Markt und Nahen Osten abdecken. Die Siemens Trafo Sparte zählt 22 Standorte in 13 Ländern. Diese Internationalisierung der Produktion hat entsprechende Auswirkungen auf die Werke in Deutschland, die vor allem für den Export produzieren.

Es gibt auf der ganzen Welt einen gigantischen Bedarf für die Verbesserung und Erneuerung der Stromnetze, auch um die riesigen Verluste bei der Stromübertragung zu vermindern. Statt die vorhandenen Produktivkräfte dafür einzusetzen, werden die Belegschaften der verschiedenen Konzerne gegeneinander ausgespielt und in einen gnadenlosen Konkurrenzkampf getrieben.

Aber es entwickelt sich auch der Widerstand. 2005 stand das Trafo-Werk in Nürnberg schon einmal vor der Schließung, die aber aufgrund der Proteste der Belegschaft und aus der Bevölkerung verhindert werden konnte. Anfang Juli haben erneut über 600 Kollegen vor dem Trafo-Werk protestiert. Überstunden und Samstagsarbeit lehnen die Kollegen inzwischen ab. Die Organisierung der weltweiten Zusammenarbeit der Trafowerker steht als nächste Aufgabe an.