Betrieb und Gewerkschaft

Kurzarbeit bei ThyssenKrupp

Duisburg (Korrespondenz), 24.08.12: Im Stahlbereich von ThyssenKrupp wird im August Kurzarbeit gemacht. Betroffen sind ca. 2.000 der 20.000 Beschäftigten an den Standorten Duisburg Hamborn und Hüttenheim, Bochum, Dortmund und Siegerland.

Der Betriebsrat hat eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, der das Nettoentgelt auf 93% sichert. Am Standort Hamborn/Beeckerwerth wird in beiden Kaltwalzwerken und den Bandbeschichtungsanlagen Kurzarbeit gemacht. Die betroffenen Kollegen haben 2 bis 6 Kurzarbeitsschichten. Der Ausgleich zum Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit wird vom Unternehmen gezahlt. Im September soll die Kurzarbeit ausgeweitet werden auf weitere Anlagenteile.

Viele Kollegen freuen sich erst mal über die zusätzlichen freien Tage, da der Verlust ja begrenzt ist. Gerade weil die Arbeit, nicht nur durch die Hitze, immer unerträglicher wird. Allerdings sind sie auch besorgt, was da noch auf die Stahlarbeiter und ihre Familien zukommt. Sprechen doch die Kapitalisten von Überkapazitäten von 40 Millionen Tonnen in Europa. Der Kapitalismus löst dies in der Regel durch Stilllegung von Anlagen und Vernichtung von Arbeitsplätzen. Die Stahlarbeiter sind also herausgefordert, sich auf einen harten Kampf vorzubereiten. Die Kurzarbeit beweist vor allem einmal mehr, dass Arbeitszeitverkürzung Arbeitsplätze rettet. So wollen viele Kollegen bei TKSE auch, dass die Regelung zur 34-Stunden-Woche über 2013 erhalten bleiben muss. Aber auch eine weitere Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden die Woche ist notwendig, allerdings  bei vollem Lohnausgleich.