Betrieb und Gewerkschaft

VW zieht erste Abmahnung gegen kämpferischen Kollegen zurück und erteilt zwei neue

22.08.12 - Darüber informiert der Solidaritätskreis "Rücknahme der Abmahnung gegen Jörn Kleffel" gestern in einer Pressemitteilung. Darin heißt es:

"Beim Prozess von Jörn Kleffel gegen VW zur Rücknahme der Abmahnung kam es heute zu einer Überraschung: die Rechtsvertreter von VW verkündeten gleich zu Beginn, sie würden 'aufgrund der aufgezeigten Risiken aus dem Gütetermin' die Abmahnung zurückziehen. 24 Teilnehmer an der Verhandlung applaudierten vor Freude. Der Richter hatte damals darauf hingewiesen, wenn ein Punkt einer Abmahnung hinfällig ist, dass dann die gesamte Abmahnung hinfällig wird. Eine solche Niederlage wollte VW nicht riskieren.

Das war offensichtlich Taktik, denn noch im Gericht und direkt vor der Tür des Verhandlungssaals übergaben die VW-Vertreter zwei (!) neue Abmahnungen an Jörn Kleffel. Die Aufteilung der Vorwürfe auf nun zwei verschiedene Abmahnungen ist der Versuch, vor Gericht wenigstens mit einer durchzukommen. Offenbar geht es VW um das Prinzip, dass über die Folgen der Arbeitsbelastung noch nicht einmal auf betrieblichen Versammlungen gesprochen werden soll. Denn das ist der Gegenstand der neuen Abmahnungen. Damit sollen die Kritik der Kollegen und ein engagierter Kollege mundtot gemacht werden.

Jörn Kleffel und der Solidaritätskreis lassen sich das nicht gefallen und stellen sich auf eine neue Runde im Kampf gegen diese Disziplinierungen ein, solange bis diese vom Tisch sind.

Der Solidaritätskreis trifft sich das nächste Mal am Montag, 27. August, um 18 Uhr im Freizeitheim Stöcken, Eichsfelder Straße 101, Hannover-Stöcken und lädt dazu alle Interessierten herzlich ein."