Politik

Protestaktionen am Antikriegstag

Protestaktionen am Antikriegstag
Antifaschistische Borussenfans in Dortmund

01.09.12 - Vor dem Hintergrund einer wachsenden allgemeinen Kriegsgefahr findet am heutigen 1. September 2012 der Antikriegstag statt, 73 Jahre nach dem Überfall des Hitlerfaschismus auf Polen. Der verheerendste imperialistische Krieg war damit vom Zaun gebrochen worden. Er hinterließ 50 Millionen Tote und große Teile Europas in Schutt und Asche.

In der aktuellen "Roten Fahne" ruft die MLPD unter der Losung "Nato - Hände weg von Syrien und dem Iran" zum internationalen Kampftag auf. "Dieser ganzen Kriegspolitik steht der Friedenswille der Massen auf der Welt entgegen." heißt es dort. "Vor allem durch den Einfluss des imperialistischen Pazifismus wird die wachsende Kriegsgefahr oft noch unterschätzt. Verbreitet ist die Hoffnung auf Verhandlungen und friedliche Vereinbarungen, auf die Einsicht der Herrschenden usw. Deshalb ist es wichtig, gerade am Antikriegstag für den Weg des aktiven Widerstands einzutreten. … Die ICOR hat bereits bei ihrer Gründung im Oktober 2010 den Antikriegstag als internationalen Kampftag gegen Faschismus und Krieg beschlossen – als Schritt zur internationalen Koordinierung und Kooperation im weltweiten Friedenskampf."

In Gelsenkirchen rief ein überparteiliches Aktionsbündnis zu Demonstration und Kundgebung auf. Unser Korrespondent berichtet: "Bei sonnigem Wetter hatten sich unter aufmerksamen respektvollen Blicken der Umstehenden über 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gelsenkirchner Friedensbewegung auf dem Platz der Montagsdemo eingefunden, um den Antikriegstag zu begehen. Anknüpfend an die schon bewährte Tradition war das Bündnis aus linken sowie revolutionären Organisationen, aus Vertretern der Gewerkschaften, überparteilichen Organisationen und Einzelpersonen diesmal noch breiter. In Gedichten, Liedern  und Redebeiträgen kam der einmütige Wille zum Ausdruck, aus der Geschichte zu lernen, sich nicht spalten zu lassen und den Verursachern von Faschismus und Krieg, die sich heute gern ein fortschrittliches Mäntelchen anzulegen suchen, rechtzeitig in den Arm zu fallen. Mit  einem Demonstrationszug durch die Innenstadt hin zum Mahnmal, wo man mit Gedichten und kurzen Ansprachen der Opfer des Hitlerfaschismus gedachte, wurde die Veranstaltung beendet."

In Dortmund haben tausende Menschen am heutigen 1. September gegen neofaschistische Umtriebe demonstriert. Ein geplanter Aufmarsch neofaschistischer Kräfte, die den Antikriegstag in widerlicher Demagogie missbrauchen wollten, war im Vorfeld verboten worden. Die Dortmunder Bevölkerung blieb wachsam und versammelte sich an verschiedenen Kundgebungsorten.

Zum Antikriegstag in Ulm kamen nach einem Bericht unseres Korrespondenten vor Ort VVN, DGB, Amnesty, Linke, Ulm gegen Rechts und MLPD mit Infoständen: "Als Referent hielt Tobias Pflüger von der antimilitaristischen Informationsstelle Tübingen eine Ansprache. Er fand klare Worte gegen alle Auslandseinsätze der Bundeswehr (derzeit mit 6600 Soldaten im Ausland), gegen die deutschen Waffenexporte (weltweit drittgrößter Waffenlieferant), die großenteils an reaktionäre Regime wie Saudi Arabien, Katar und Israel gehen.Er erhielt starken Applaus der ca. 40 Zuhörer. Unser Parteistand hatte den Schwerpunkt  ICOR-Unterschriftensammlung und 'Morgenröte'. Gleichzeitig sammelten Beschäftigte des Reha-Krankenhauses Ulm Unterschriften gegen den geplanten Stellenabbau."

In München führten MLPD, REBELL und Freunde in der dicht bevölkerten Fußgängerzone einen Aktionsstand mit Kurzreden, offenem MikroFon, Spenden- und Unterschriftensammlung durch. Auf besonderes Interesse stieß der Jugendverband REBELL, der offensiv für den aktiven Widerstand gegen imperialistische Kriege und für den echten Sozialismus eintrat – im Interesse der Zukunft der Jugend. Zahlreiche Unterschriften wurden für das "Manifest zum Gedenken an das Desaster von Fukushima und zur Forderung nach der Beendigung der Nutzung von Atomenergie" von ICOR und ILPS gesammelt. 

An der Antikriegstags- Kundgebung in Köln beteiligten sich zwischen 50 und 100 feste Teilnehmer sowie viele weitere, die kurz oder länger stehen blieben und zuhörten. Sie fand mitten auf dem dicht bevölkerten Platz vor dem Kölner Dom statt. Aufgerufen hatten die MLPD, weitere ICOR-Organisationen wie die MLKP und die TIKB, türkisch-kurdische Migrantenorganisationen, der Jugendverband REBELL und weitere Jugendorganisationen, von denen mehrere jeweils Redebeiträge hielten. Mit dabei auch Mitglieder des Frauenverbands Courage und der Kölner Montagsdemonstration. Im Mittelpunkt stand der Protest gegen die wachsende allgemeine Kriegsgefahr aufgrund der zunehmenden Rivalität zwischen den imperialistischen Mächten, aber auch insbesondere gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Musikalisch begleitet wurde die Kundgebung durch mitreißende Lieder eines Sängerduos der Kölner Montagsdemonstration.