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Chile: landesweiter Protesttag gegen Bildungspolitik

29.08.12 - Am 28. August gab es in Chile einen landesweiten Protesttag der Schüler, Studenten und Lehrer gegen die Missstände im Erziehungswesen Chiles, das unter dem Diktator Pinochet weitgehend privatisiert wurde. Wie an Vielem, was unter Pinochet eingeführt wurde, wurde daran bis heute nichts geändert.

In der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile nahmen an 14 Demonstrationen rund 150.000 Menschen teil. Die Polizei ging teilweise gewaltsam gegen die Jugendlichen vor. 140 wurden verhaftet. Aus Chile erhielten wir vom Beginn einer Demonstration folgende Korrespondenz:

"Wir sahen mehrere lautstarke Züge von hauptsächlich jungen Leuten, mit Fahnen und Transparenten, noch aufgerollt, auf dem Weg in die Innenstadt. Wo unser Bus abfahren sollte, standen olivgrüne Wasserwerfer (Mercedes Benz), vergitterte Busse und gepanzerte Autos. Eine Schülerin trug Eisenkugeln mit Fußfesseln, aus Plastik, für später in der Demo. Alle rechneten mit einem harten Vorgehen der Polizei. Eine ältere Frau drückte ihre Sympathie für die die Protestaktionen aus und sagte uns: Die Jungen bekommen heute Unterricht von der Polizei."