Politik

Der MDR und die Montagsdemos

27.08.12: In den letzten Wochen gab es anlässlich der Jahresfeiern der Montagsdemos viele positive Berichterstattungen und Würdigungen in den Medien. Eine Korrespondenz aus Dresden setzt sich kritisch mit der Berichterstattung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) auseinander:

Dresden (Korrespondenz): Der MDR hat am Mittwoch, den 22.08. einen kurzen Filmbeitrag über die Montagsdemos Dresden und Görlitz veröffentlicht. Obwohl die Filmemacher von der Montagsdemo in Dresden nach eigenem Bekunden angetan waren, war die veröffentlichte Berichterstattung sehr überheblich, die Kommentare ablehnend bis gehässig. Das Ganze stand unter der Überschrift "Hartz IV. Montagsdemos - Das Ende einer Protestbewegung." Hier ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Die Dresdner Demo sieht sich auch nach 8 Jahren noch lange nicht am Ende. Sie ist zwar heute keine Massenbewegung mehr mit Tausenden Teilnehmern, hat aber großes Zukunftspotential. Es ist auch keineswegs so, wie der Filmbeitrag bewusst den Eindruck erwecken will, dass die Demonstranten wie die einsamen Rufer in der Wüste stehen und es keine Resonanz unter der Bevölkerung gebe und wir "nur gegen alles wären". Die Montagsdemo hat positive Alternativen wie die Forderung nach 10 Euro Mindestlohn und die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich usw. Der Montag hat sich über die Jahre zum Tag des Widerstands weiterentwickelt und neue Bewegungen kamen dazu und der Gedanke wurde sogar international aufgegriffen. Das von den Montagsdemos eingeführte „offene Mikrofon“ ist in vielen Bewegungen inzwischen Standard und ihre Überparteilichkeit und ihr Delegiertensystem und jährliche Berliner Demo sind Trümpfe, die stechen. Viele Menschen erklären ausdrücklich ihre Hochachtung vor unserer Ausdauer. Solche Aufnahmen waren im Film aber Fehlanzeige. Ein Dokument der Medienmanipultion. Hartz IV ist das verhassteste Gesetz Deutschland und muss weg! Hier kann der Beitrag angesehen werden.