Politik

Strom abgestellt - vier Kinder sterben bei Wohnungsbrand

Saarbrücken (Korrespondenz), 28.08.12: Bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken-Burbach kamen am vorigen Freitag zwei Mädchen (drei Jahre) und zwei Jungen (fünf und sieben Jahre) ums Leben. Lediglich die Eltern und ein Säugling konnten gerettet werden. Als Ursache wurde jetzt eine brennende Kerze angegeben. Eine Woche zuvor wurde der siebenköpfigen Familie, die von Hartz IV leben muss, der Strom abgestellt. Statt jetzt die gesellschaftlichen Ursachen zu untersuchen und den Stromanbieter ins Visier zu nehmen, soll die Verantwortung auf die Eltern abgeschoben werden.

Es ist ein Skandal, wenn die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen die Eltern einleitet. Dass es sich hierbei nicht um eine übereifrige Aktion eines Staatsanwaltes handelt zeigt auch die Aussage des Geschäftsführers des Jobcenters, der gegenüber der Presse erklärt hat, dass steigende Strompreise kein Grund für Stromsperren sind, weil die Leute ihr Geld für andere Sachen ausgeben würden.

Wie das so immer ist, hat mal wieder keiner was gewusst. Der Stromanbieter wusste nicht, dass in der Wohnung Kinder leben, die Arbeitsagentur und das zuständige Jugendamt wussten nichts von der Stromsperrung und alle zusammen regen jetzt eine Debatte an, wonach im Vorfeld von Stromsperrungen soziale Härtefälle abgefragt werden sollten.

Als wenn es nicht längst bekannt wäre, dass vor allem Hartz-IV-Empfänger und Familien mit wenig Einkommen kaum noch in der Lage sind, die ständig steigende Energiepreise zu zahlen. Laut Stromversorgungsverordnung kann der Strom bereits bei einem Zahlungsverzug von 100 Euro abgestellt werden.