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Südafrika: Welle von selbständigen Streiks im Bergbau

26.09.12 - Nach dem opferreichen und erfolgreichen Streik bei dem Platinminen-Konzern Lonmin in Südafrika hat sich eine Welle von selbständigen Streiks im ganzen Land entwickelt. Das berichten die Nachrichtenagentur "Reuters" und die Zeitung "Sowetan"  am 25. September.

Bei dem weltweit viertgrößten Anlagegoldproduzenten Gold Fields am Standort KDC West und in der Beatrix-Mine sind die Arbeiter im selbständigen Streik. "Der Streik läuft immer noch, sie haben eine am Freitagabend erzielte Einigung ignoriert. Und der Streik hat sich nun auf Beatrix ausgebreitet", sagte Gold-Fields-Sprecher Willie Jacobsz. Gold Fields gab am Freitag die Einigung mit der regierungsnahen "National Union of Mineworkers" (NUM) bekannt, nach der 15.000 Arbeiter bei KDC West wieder die Arbeit aufnehmen sollten. Doch die Arbeiter hatten den Rücktritt von lokalen NUM-Funktionären gefordert, wegen ihrer engen Verbindungen mit der ANC-Regierung und den Minen-Kapitalisten. 

Auf Beatrix sollen laut Angaben der Kapitalisten 9.000 Arbeiter im Streik sein. Die Kämpfe sind selbständig. Der weltgrößte Platinproduzent Anglo American Platinum äußerte sich nicht zu den selbständigen Kämpfen, die seit Beginn der Spätschicht am Montag, den 24. September, laufen. Die südafrikanischen Kumpels fördern 25 Prozent der gesamten Platinausbeute des Konzerns.

Es gibt aber auch eine Reihe von gewerkschaftlichen Streiks, die durch die selbständigen Kämpfe der Platinarbeiter und ihren Erfolg beflügelt werden: Bei Coal of Africa's in der Zeche Mooiplaats gibt es seit dem 25. September 2012 einen gewerkschaftlich geführten Streik für mehr Lohn. Die dort verhandelnde NUM-Führung musste auf Grund der Unzufriedenheit der Kumpel eine Lohnerhöhung um 22 Prozent als zu niedrig ablehnen.

Zudem breiten sich derzeit Streiks auf den Transportsektor aus, wo seit dem 25. September 20.000 Transportarbeiter streiken und eine Lohnerhöhung fordern. Laut Angaben der Gewerkschaft "South African Transport and Allied Workers’ Union" fordern sie 12 Prozent mehr Lohn.