Politik

Münchner "Umfairteilen"-Demo: Wenig Kritik an SPD und Grünen von offiziellen Rednern

München (Korrespondenz), 30.09.12: Mit vielfältigen Aktionsformen unterstützten am 29. September am Münchner Stachus ca. 1.000 Menschen anlässlich der Kundgebung "Umfairteilen" die Forderungen eines breiten Bündnisses von Caritas, AWO, Ver.di bis hin zu den Grünen und der SPD. Auf zwei gegenüber liegenden Bühnen agierten zum die Redner, immer wieder unterbrochen durch Musik oder durch andere Aktionen wie Befragungen.

Zahlreiche Redner bezogen sich immer wieder auf den jüngst veröffentlichten Armuts- und Reichtumsbericht. Allerdings hörte man wenig Kritik an der SPD oder den Grünen geschweige denn Selbstkritik von deren Vertretern, die die angeprangerte Vermögensumverteilung von unten nach oben maßgeblich mit ermöglichten. Diese Kritik wiederum hörten wir in vielen Gesprächen mit Demonstrationsteilnehmern.

Die MLPD sammelte Unterschriften für ihre Wahlzulassung, was bei Unorganisierten deutlich einfacher gewesen ist als bei z.B. bei Mitgliedern und Anhängern der Linkspartei oder der SPD. Immer noch brachten manche das Argument, man dürfe sich im linken Lager nicht "aufspalten" lassen. Tatsächlich führt genau diese Argumentation zur Spaltung, während die MLPD stets die Zusammenarbeit und solidarische Auseinandersetzung über ihre weitergehenden Ziele miteinander verbindet. Aktivisten der Montagsdemo warben für die Demo in Berlin.

Gleichzeitig fanden an verschiedenen Stätten in München Protestgundgebungen gegen Kundgebungen einer faschistischen Gruppierung statt. Diese Protestierer vertrieben an verschiedenen Stellen erfolgreich die braunen Banden oder sorgten lautstark dafür, dass niemand sie hören konnte.