Betrieb und Gewerkschaft

Protest der bayerischen AWO-Beschäftigten in Nürnberg

Protest der bayerischen AWO-Beschäftigten in Nürnberg

Nürnberg (Korrespondenz), 29.09.12: Am Dienstag, 25. September, beteiligten sich etwa 400 Menschen an einer Protestaktion der Kolleginnen und Kollegen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bayern. Unübersehbar prägten Frauen die Aktion. Die Beschäftigten fordern in der laufenden Tarifrunde eine 6,5 Prozent-Lohnerhöhung, bei einem Mindestbetrag von 200 Euro sowie 50 Euro für die Auszubildenden.

Die AWO-Geschäftsleitung reagierte auf die Forderung einem Angebot für die etwa 14.500 Kolleginnen und Kollegen über 3 Prozent Lohnerhöhung und weiteren 0,5 Prozent ab Juli 2013 bis 30. September 2013 - aber nur für ausgewählte Berufsgruppen. Altenpflegehelfer, die mit am schlechtesten bezahlt werden, sollen z.B. nur 2 Prozent bekommen.

Zurecht wiesen die Kolleginnen und Kollegen dies auf der kämpferischen Demonstration mit Rufparolen, Transparenten und Redebeiträgen als Spaltungsversuch, Festschreibung von Niedriglöhnen und vorprogrammierter Altersarmut zurück.

Verdi-Funktionäre kritisierten zudem, dass die AWO-Geschäftsleitung ihr mickriges und spaleterisches "Angebot" mit der Konkurrenzsituation zu nicht tarifgebundenen "Wohlfahrtsverbänden" wie der Diakonie begründete. Es ist ein wichtiger Erfolg, dass ein wachsender Teil der AWO-Beschäftigten dieses Manöver durchschaut und das Spaltungsmanöver zurückgewiesen hat.