Politik

Tausende Antifaschisten kritisieren die Stadt Göppingen

Göppingen, (Korrespondenz), 09.10.12: Am 6. Oktober konnten unter massivem Polizeischutz ca. 150 Faschisten durch Göppingen marschieren, nachdem der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim das Verbot dieses Auftrages wieder kurzfristig aufgehoben hatte. Vormittags fand eine antifaschistische Kundgebung des Bündnisses "Kreis Göppingen Nazifrei" statt. Nach dieser Kundgebung wurde die Innenstadt großräumig von der Polizei abgeriegelt, so dass sich verschiedene Antifaschisten an den Absperrungen sammelten.

Insgesamt kam man sich vor wie in einem riesengroßen Freilaufgehege. Der Staatsapparat nutzte das Ganze zu einer großen Bürgerkriegsübung. Die Einsatzkräfte waren sehr nervös. Dies zeigte sich an der vollkommen übertriebenen Reaktion, als eine Plastikflasche Richtung Polizei flog: Diese reagierte darauf mit einem sehr heftigen Einsatz von Tränengas, der vor allem auch vollkommen Unbeteiligte, die zufällig ganz vorne standen, ins Gesicht traf.

Die Kundgebung des breiten Bündnisses "Kreis Göppingen Nazifrei" (von Kirchen, Gewerkschaften, verschiedenen Parteien einschließlich der MLPD) war ein Erfolg. Von den Rednern wurde der "Extremismuserlass" kritisiert und auch das Verbot aller faschistischen Organisationen gefordert. Ein weiterer Erfolg war, dass eine Vertreterin der Migranten in Göppingen redete. Ursprünglich setzte das Bündnis allein auf "prominente" Redner. Von allen Seiten kritisiert wurde die Stadt Göppingen, die sich vom
Bündnis mit einer eigenen Kundgebung distanzierte.