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Griechische Stahlarbeiter bereiten sich auf das Europaseminar vor

18.10.12 - In der neuen Ausgabe der "Roten Fahne" kommt ein Bericht, wie die Stahlarbeiter von Aspropirgos in der Nähe von Athen sich auf das Europaseminar von MLPD und ICOR am 1./2. November in Dortmund vorbereiten. Die griechischen Stahlarbeiter und ihre Familien sind durch ihren beispielhaften 265-tägigen selbständigen Streik vom Oktober 2011 bis Juli 2012 unter den kämpferischen Arbeitern in ganz Europa bekannt. Sie sind zum Europaseminar eingeladen.

Die "Rote Fahne" hat sich erkundigt, wie die Einladung aufgenommen wurde. Wie uns berichtet wurde, gab es zuerst Unsicherheit, was sie auf einem "Seminar" sollen. Sie seien doch keine Experten? Erst als sie aufgeklärt wurden, dass sie genau die Experten für eine solche Art von Seminar sind, haben sie Feuer gefangen. Sie sind sich ihrer Rolle bewusst, die sie über Ländergrenzen hinweg durch den Streik bekommen haben. Sie haben versprochen, eine Delegation der ehemaligen Streikleitung zum Seminar zu schicken.

Dann kam es anders als geplant. Sie wurden in Zwangsurlaub geschickt und kamen längere Zeit nicht zusammen. Sie erwarten jetzt neue Attacken der Kapitalisten mit scharfen Auseinandersetzungen. Deshalb haben sie entschieden, dass alle Mitglieder der ehemaligen Streikleitung vor Ort bleiben. Dafür haben sie Panagiotis Papanikolau und seine Frau Soula Papanikolau beauftragt, in ihrem Namen zum Europaseminar zu kommen. Beide waren im Streik mit vorne dran und sind würdige Vertreter, wie uns berichtet wurde.

Soula Papanikolau war Aktivistin im Streikkomitee der Stahlarbeiterfrauen. Panagiotis Papanikolau gehört zu den sechs Kollegen, die bei der Erstürmung des Werkes durch die Spezialeinheit MAT verhaftet und anschließend entlassen wurden. Ihm und seinen Kollegen wird vorgeworfen, sie seien selber schuld an ihrer Entlassung. Deshalb bekommen sie kein Arbeitslosengeld und sind nicht mehr sozial versichert. Er und seine Kollegen sagten, dass sie diese Ungerechtigkeit weit in die Welt tragen müssen, damit die Wahrheit verkündet wird: 

"Ja wir haben gestreikt, weil wir das mussten und werden es wieder tun, weil wir keine andere Wahl haben. Wir sind nicht die Schuldigen. Schuldig ist Manesis, der Stahlkapitalist, dem das Gesetz erlaubt, uns wie Tiere zu behandeln. Aber wir werden weiter kämpfen."

Ein Redebeitrag für die Berliner Herbstdemonstration von der Streikaktivistin Sofia Roditi ist auf der Homepage des Frauenpolitischen Ratschlags zu lesen.